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Der wildgewordene Spießer Heartfield(elektro-mechanische Tatlin-Plastik)
  • © Estate of George Grosz, Princeton, N.J. / VG BILD-KUNST, Bonn
  • Repro: Kai-Annett Becker
    • George Grosz (1893 - 1959)

  • TitelDer wildgewordene Spießer Heartfield
    (elektro-mechanische Tatlin-Plastik)
    (Rekonstruktion Michael Sellmann 1988)
  • Datierung1920
  • GattungInstallation
  • MaterialSchneiderpuppe, Revolver, Klingel, Messer und Gabel ,"C", "27", Gebiss, schwarzer Adlerorden, EK II, Osram Glühbirne
  • Masse130 x 45 x 45 cm (Objektmaß), 90 x 45 x 45 cm (Sockelmaß)
  • Umfangmehrteilig
  • InventarnummerBG-O 7083/93
  • CreditlineErworben aus Projektmitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1988
  • AusgestelltNein
Text
Weitere Abbildungen

Radikal widersetzten sich die Dadaisten dem bürgerlichen Verständnis, was Kunst ist und will oder wie Kunst zu entstehen habe. Die Plastik „Der wildgewordene Spießer. Heartfield“ zeigt dies beispielhaft. Als Gemeinschaftsarbeit von George Grosz und John Heartfield ist das Werk nicht mehr der Ausdruck eines vermeintlich genialisch schöpfenden Künstlers, der den Pinsel schwingt. Vielmehr begreifen sich die Dadaisten als Konstrukteure, die mit alltäglichen Fundstücken eine bissige Karikatur auf den Militarismus der Weimarer Republik montieren.

Der kriegsversehrte, mit Orden geschmückte Soldat wird hier durch eine kopflose, einbeinige Schneiderpuppe mit absurden Prothesen parodiert. Das Gebiss im Schritt ist weniger anstößige Zutat, sondern vielmehr Hinweis auf das gestörte Sexualleben der Soldaten, die aus dem Feld heimkehrten. Zudem kann diesem Kriegskrüppel das Licht der Erkenntnis in Form einer Glühbirne, je nach Bedarf, an- oder ausgeschaltet werden.