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Preußischer Erzengel (Rekonstruktion von Isabel Kork und Michael Sellmann)
  • © Viola Roehr-von Alvensleben, D-München/VG Bild-Kunst, Bonn
    • John Heartfield (1891 - 1968)

  • TitelPreußischer Erzengel (Rekonstruktion von Isabel Kork und Michael Sellmann)
  • Datierung1920/1988
  • GattungInstallation
  • MaterialPappmaché auf Drahtgerüst
  • Masse180 x cm (Objektmaß), 15 kg (Gewicht)
  • InventarnummerBG-O 7084/93
  • CreditlineErworben aus Projektmitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1988
  • AusgestelltNein
Text

Im Sommer 1920 schwebte über den Köpfen der Besucher der „Ersten Internationalen Dada-Messe“ eine Deckenplastik mit dem bezeichnenden Titel „Preußischer Erzengel“. Die Figur in der feldgrauen Uniform eines Offiziers kam „vom Himmel hoch“ – so verkündet es die Bauchbinde – auf das Publikum hernieder. Die Botschaft, die sie brachte, war allerdings keine frohe.

Die dadaistische Arbeit ist ein bitterer satirischer Kommentar auf den ungebrochenen deutschen Nationalismus und die Macht des Militärs auch nach dem Ersten Weltkrieg. „Gott mit uns“, die Devise der preußischen Könige, prangte auf den Gürtelschnallen der deutschen Armee, als sie in den Kampf zog. Was folgte, war die Hölle auf Erden. Provozierender Akzent der Plastik von John Heartfield und Rudolf Schlichter ist das Schweinsgesicht. Doch wird hier nur entlarvt, was der Mensch auf den Schlachtfeldern offenbart hatte: seine bestialische Natur. Die Schweinsfratze – so meinten die Dadaisten – war das wahre Gesicht der Epoche.