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Sonntagnachmittag
  • © Berlinische Galerie / VG Bild-Kunst, Bonn
    • Werner Heldt (1904 - 1954)

  • TitelSonntagnachmittag
  • Datierung1952
  • GattungGemälde
  • MaterialÖl auf Leinwand
  • Masse63 x 109 cm (Bildmaß), 81 x 128 x 5 cm (Rahmenmaß)
  • Stempel/Signatursigniert und datiert unten links: "WH 52"
  • InventarnummerBG-M 3878/87
  • CreditlineSammlung VEBA, 1986
  • AusgestelltNein
Text

Internettext: Schon Anfang der dreißiger Jahre hat Werner Heldt Fensterausblicke auf die Häuser- und Stadtlandschaft Berlins gemalt und gezeichnet. Nach dem Krieg greift er dieses Motiv wieder auf und umkreist es in immer neuen Abwandlungen. Dabei verbindet er den Blick nach Draußen mit Gegenständen, die, unmittelbar am Fenster platziert, als zusätzliche Barriere den Innenraum von der äußeren Welt trennen, oft aber auch innen und außen miteinander verklammern und zu einer flächigen Bildarchitektur ineinanderschieben. Heldt bewunderte Picasso, Braque, besonders Juan Gris, und zweifellos hat ihm der Kubismus geholfen, den Weg zu der von der sichtbaren Wirklichkeit weitgehend unabhängigen Bildform seiner letzten Schaffensphase zu finden.
Die Berliner Straßen und Häuser sind zwar zeitlebens sein Thema, doch in den Jahren zwischen 1945 und 1954 verzichtet er konsequent auf die Wiedergabe alles Lokalen. Unter dem Eindruck seiner in Trümmer liegenden Heimatstadt mit ihren dunklen Fensterhöhlen und kahlen Brandmauern geraten ihm seine Bilder zu stillebenartigen Inszenierungen. In dem Gemälde „Sonntagnachmittag“ von 1952 erscheinen Fensterbank und Häuser als ein Flächengefüge aus streng geometrischen Formen, sind die warmen und kalten Farbwerte des verhaltenen Kolorits kunstvoll ausbalanciert. Hier hat Heldt das Stadtmotiv zwar noch deutlich lesbar zum Ausgangspunkt genommen, doch hat er gleichzeitig auch stark von ihm abstrahiert und es in eine allein bildnerisch begründete Form- und Farbkonstellation verwandelt.