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Weiblicher Torso
  • © Urheberrechte am Werk erloschen
    • Ludwig Kasper (1893 - 1945)

  • TitelWeiblicher Torso
  • Datierung1936
  • GattungSkulptur
  • MaterialBronze
  • Masse118 x 20 x 40 cm (Objektmaß)
  • Stempel/Signaturunbezeichnet
  • InventarnummerBG-S 2006/79
  • CreditlineSammlung VEBA, 1979
  • AusgestelltNein
Text

In der Ateliergemeinschaft Klosterstraße fanden sich zwischen 1933 und 1945 viele junge Künstler zusammen. Verbunden in Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Regime wurde das Atelierhaus für sie zu einer Insel des Rückzugs aus der als bedrückend empfundenen Realität. Zu ihnen gehörte auch Ludwig Kasper. Seinen Werken ist eine existenzielle Gratwanderung anzusehen: Das Bedürfnis, die eigenen Vorstellungen von Kunst zu verwirklichen, steht der Angst gegenüber, sogar mit einer gemäßigten Moderne unliebsam aufzufallen. Der französische Bildhauer Aristide Maillol war in dieser Zeit für den jungen Künstler ein wichtiges Leitbild. Kasper hatte dessen Werke während eines Studienaufenthalts in Paris kennengelernt.

Kaspers Bronzefigur vermittelt in ihrer starren Haltung und mit ihrer lebhaften, braun-grünen Oberfläche etwas Archaisches. Die Arme über den Kopf verschränkt bietet sie sich dem Bet-rachter dar und bleibt doch verschlossen. Nachdenklich und melancholisch wirkt auch ihr Gesichtsausdruck. Kaspers Rückgriff auf eine vorklassische Antike ist ein Bekenntnis gegen die offizielle Kunst der Nationalsozialisten.