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Nacht des Malers
  • © VG Bild-Kunst, Bonn
  • Repro: Kai-Annett Becker
    • Eugen Schönebeck (*1936)

  • TitelNacht des Malers
  • Datierung1961
  • GattungGemälde
  • MaterialÖl auf Rupfen
  • Masse101 x 82 cm (Bildmaß)
  • Stempel/Signatursigniert und datiert oben rechts: "ES 61"
  • Beschriftungrückseitig Keilrahmen oben links: "Nacht des Malers 97/64", Mitte: Aufkleber "Der Senator für Wissenschaft und Kunst Berlin - Referat Bildende Kunst - / Inv.-Nr. 97/64 / Nacht des Malers // Eugen Schönebeck" gestempelt mit Siegel "Kunstbesitz des Landes Berlin", oben rechts: bezeichnet "E. Schönebeck 1961"
  • InventarnummerBG-M 4448/89
  • CreditlineÜbernahme von der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1987
  • AusgestelltNein
Text

Unförmig und verstümmelt hängt ein Mensch am Kreuz. Ein Stab ist in seinen Kopf gebohrt, sein rechtes Bein fehlt, der
wilde Pinselgestus hat aus seinem Körper eine konturlose Form gemacht. Eugen Schönebeck hatte zunächst Malerei im Stil
des abstrakten Expressionismus gelernt und produziert; der gestische Farbauftrag dieses Bildes zeigt es noch deutlich.
Anfang der 1960er Jahre tat er sich jedoch mit Georg Baselitz
zusammen und erhob in den Pandämonischen Manifesten das Hässliche, Obszöne und Blasphemische zu den zentralen
Themen einer neuen, figurativen Malerei.

In Schönebecks Bildern erscheinen Kreaturen wie Visionen aus einer düsteren Traumlandschaft. Als Stellvertreter spiegeln sie Zustände der Verzweiflung und Qualen menschlicher Existenz. Die offizielle Inszenierung von oberflächlicher Normalität
während des Kalten Krieges, auch der Protest gegen eine
Elterngeneration, die den Terror der Nationalsozialisten
schweigend mitgetragen hatte – all dies brachte den jungen Künstler zu einem revolutionären Aufschrei.