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Dunkles Rot-Schwarz
  • © VG Bild-Kunst, Bonn
    • Fred Thieler (1916 - 1999)

  • TitelDunkles Rot-Schwarz
  • Datierung1959
  • GattungGemälde
  • MaterialMischtechnik auf Rupfen
  • Masse130 x 191 cm (Bildmaß), 132 x 193 x 4 cm (Rahmenmaß)
  • Stempel/Signatursigniert und datiert unten links: "Thieler 59"
  • InventarnummerBG-M 4096/89
  • CreditlineErworben aus dem Museumsfonds beim Senator für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1989
  • AusgestelltNein
Text

Nach der Indienstnahme der Kunst durch die Nationalsozialisten suchten Fred Thieler und seine Generationsgenossen Ende der 1950er Jahre nach einer neuen, „freien“ Malerei. In Anlehnung an den Abstrakten Expressionismus aus den Vereinigten Staaten entstand in Europa das Informel, eine Malerei, die auf gegenständliche Darstellung verzichtete und nichts mehr repräsentieren sollte, als sich selbst. Die malerischen Mittel, Farbe und Leinwand, sollten autonom von jeglicher Referenz befreit und als künstlerisches Material sichtbar gemacht werden.

Fred Thieler greift in Dunkles Rot-Schwarz auf das Action-Painting zurück – eine Malweise, die von Jackson Pollock geprägt wurde und bei der die Farbe mit wilden Gesten auf die Leinwand gebracht wird. Als Spur des künstlerischen Schaffensprozess zeichnet sich die Bewegung des Künstlers während des Malprozesses in der Farbe ab, wodurch die Kraft und Dynamik des Farbauftrags auf der Leinwand visualisiert wird. Dabei entsteht ein dichtes Netz aus Farbe, das sich keiner Struktur, keiner Ordnung mehr unterwirft und sich stattdessen in Überlagerungen über die gesamte Leinwand ausbreitet. Das Action-Painting Thielers führt dazu, dass die Bildfläche zu vibrieren scheint. Der Blick des Betrachters findet keinen konkreten Halt mehr und wird durch die ineinanderfließenden Farbkonglomerate permanent in Bewegung gehalten. Der Künstler verstärkt diesen Effekt noch durch die teilweise scharf konturierten, aber dennoch abstrakten Gebilde, die den Blick ständig fokussierend anziehen und anschließend ins Leere laufen lassen. Fred Thielers Bild stellt Bewegung nicht mehr dar; es ist Bewegung und löst diese ganz gezielt aus.