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Amazone
  • © Urheberrechte am Werk erloschen
  • Repro: Kai-Annett Becker
    • Louis Tuaillon (1862 - 1919)

  • TitelAmazoneVerkleinerung
  • DatierungOrginal 1890-95
  • GattungSkulptur
  • MaterialBronze
  • MasseH 56 cm (Objektmaß)
  • Stempel/Signatursigniert auf der Plinthe: "L. Tuaillon"
  • Beschriftungbezeichnet hinten: "H. Noack Berlin-Friedrichshagen"
  • KonvolutStudiensammlung Waldemar Grzimek
  • InventarnummerBG-S-SG 1098/87
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten Berlin,, 1985
  • AusgestelltJa
Text
Weitere Abbildungen

Die Amazone, eine weibliche Kämpferin der antiken Mythologie, belebte auch im 19. Jahrhundert angesichts des Eindringens von Frauen in die öffentliche Sphäre und ihrer Forderung nach Gleichberechtigung vor allem die männliche Phantasie. Während sie in der französischen Literatur und Kunst, so beispielsweise bei Charles Baudelaire und Edouard Manet, in zeitgenössischem Gewand auftrat, gab sie der Begas–Schüler Tuaillon während seines Romaufenthaltes zwischen 1890 und 1895 in antiker Form wieder: Gelassen stützt sie sich mit der linken Hand auf dem Rücken des Pferdes ab, das sie ohne Sattel reitet, und hält in der Rechten eine einfache Streitaxt. Der Rückgriff auf die ursprüngliche Form diente Tuaillon zur strengen Reduktion, die der Plastik selbst noch in der verkleinerten Variante eine überwältigende Monumentalität beschert. Bei aller Qualität geht der Plastik, deren originale, nahezu lebensgroße Version unmittelbar von der Nationalgalerie angekauft wurde und auch bei Kaiser Wilhelm II. als höchstem Kunstrichter großes Gefallen fand, doch das verstörend Anachronistische ihrer französischen Zeitgenossinnen ab.