Resultate:  1

Dada-Reklame Gesellschaft. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • DADA-Bewegung (1917 - 1922)

  • TitelDada-Reklame Gesellschaft. Berlin
  • Datierung[Mai/Juni] 1922
  • GattungKleinschrifttum
  • SystematikHandzettel
  • MaterialPapier, gedruckt
  • Masse22,5x16 cm (Außenmaß)
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC 590/79
  • Andere NummerBG-HHE II 22.39
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

"dada-Reklame-Gesellschaft Direktion H. Ehrlich
Berlin-Charlottenburg, Kantstrasse 118
Generalvertreter: Hülsenbeck, Hausmann, Baader, Grosz, Herzfeld.
Intertellurische Redaktionen: Chicago, New York, Madrid, Rom, Zürich, Paris, London, Wien, Wolken-Kuckucksheim, Friedenstadt im Teutoburgerwalde und im Himmel.
Seine geistige Hocherhabenheit der Oberdada
Präsident des Erd- und Weltballs, Leiter des Weltgerichts. Wirklicher Geheimer Vorsitzender des Intertellurisch Oberdadaistischen Völkerbundes. Geheimcabinett: Im Himmel. Landsitz: Auf der Erde, trifft mit der Kaiserin Dada und Gefolge nebst Silbergäulen zur Detmolder Möbelmesse 1922 in Friedenstadt ein 1). Das Fachblatt der gesamten holzverarbeitenden Industrie Deutschlands «Die Holzindustrie» Organ des Reichsverbandes der Deutschen Industrie mit den angeschlossenen 70 Arbeitgeberverbänden dem auch die Arbeitsgemeinschaft für das Holzgewerbe in Lippe, Herford und Oeynhausen angehört, hebt in seiner Nr. 41 vom 16. Mai 1922 die dadaistische Wohnungskultur ideal hervor.
Deshalb:
Bedienen sie sich der Dada-Reklame
Wir stürzen alles ein, beseitigen die Hölle und bauen durch unseren Weltbaumeister Bruno Taut 2), Bauleiter der Mitteldeutschen Industrie-Ausstellung «Miama» in Magdeburg, das Paradies auf Erden.
Sind Sie sich dessen bewusst geworden, was ein Heer von Dadaisten und ein
Dada-Umzug
für Sie
reklametechnisch
bedeuten?

dadaismus!!!

1) Näheres verkünden rechtzeitig Sonderprospekte, Interessenten werden um Anforderung gebeten.
2) Bruno Taut: Der Weltbaumeister [1], Auflösung der Städte [2]. Volkwang Verlag, Hagen i. W.

[Rückseite: ] dada ist dada ismus
der oberdada spricht im odeon zu detmold und am hermannsdenkmal und «die holzindustrie» schreibt* in ihrer nr. 41, 1922 mit reichsindustriellem zukunftsblick über:
«über-möbel oder dadaistische wohnungskultur».
in dieser zeit wirtschaftlichen ringens mag es eine ausspannung sein, auch einmal etwas erweiterndes über seinen beruf und über die ware, die man herstellt, zu lesen - sei es nur auch eine unfreiwillige humoreske, wie sie herr finsterlin in seinem aufsatz über «innenarchitektur» [3] in der zeitschrift «frühlicht» [4] darbietet. namentlich die möbelfabrikanten werden ihre helle freude an den vorgeschlagenen entwürfen haben.
[...]
sagt es weiter: d a d a wirkt stets heiter!

*) frei nach dr. w. porstmann, der nur noch in kleinstaben schreiben kann, vergl. sein Buch «sprache und schrift», verlag: verein deutscher ingenieure, berlin [5], welch letzterer doch gewiss ernst zu nehmen ist."

[1] Bruno Taut: Der Weltbaumeister : Architektur - Schauspiel für symphonische Musik : dem Geiste Paul Scheerbarts gewidmet. Hagen i. Westf., 1920.
[2] Bruno Taut: Die Auflösung der Städte oder Die Erde eine gute Wohnung oder auch Der Weg zur alpinen Architektur (in 30 Zeichnungen). Hagen i. Westf., 1920.
[3] Hermann Finsterlin: Innenarchitektur. In: Frühlicht : eine Folge für die Verwirklichung des neuen Baugedankens / Bruno Taut (Hrsg.). Magdeburg. - 1. Jg., Winter 1921, H. 2, S. 105-109.
[4] Frühlicht erschien in einer ersten Folge von Januar bis Juli 1920 als Anhang zu den ersten 14 Heften des ersten Jahrgangs der Halbmonatsschrift Stadtbaukunst alter und neuer Zeit, die von Cornelius Gurlitt, Bruno Möhring und Bruno Taut herausgegeben wurde. Für Frühlicht zeichnete Bruno Taut verantwortlich. In Heftform und als selbständige Folge für die Verwirklichung des neuen Baugedankens im Karl Peters Verlag, Magdeburg, erschien Frühlicht von Herbst 1921 bis Sommer 1922.
[5] Walter Porstmann: Sprache und Schrift. Berlin, 1920.