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Berlin. Marx-Engels-Forum. Inhaltsverzeichnis
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Gerhard Kosel (*1909)

  • TitleBerlin. Marx-Engels-Forum. InhaltsverzeichnisBerlin, Mitte, Stadtzentrum
  • DateDezember 1957
  • CategoryFotografie
  • ClassificationRepro
  • Amount1
  • FondsOst-Berliner Fotoarchiv
  • Inventory NumberBG-AS 1436.001476
  • CreditlineÜbernahme aus Beständen der Magistratsverwaltung für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr Berlin [Ost] über die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen Berlin, 1991
  • On DisplayNo
Description

Planrepro
Stadtplanung
Zentrumsplanung
Verwaltungsgebäude
Hochhaus
Zentralgebäude
Demonstrationsplatz

Hintergrund des Projektes "Marx-Engels-Forum" von Gerhard Kosel:
Der Architekt Gerhard Kosel kehrte 1954 nach zweiundzwanzigjährigem Aufenthalt in der Sowjetunion nach Berlin zurück und wurde bald darauf zum Stellvertretenden Minister für Aufbau ernannt.
1955 wurde die modernistische Kehrtwende im DDR-Bauwesen eingeleitet. Trotzdem sollte das Zentrum weiterhin "repräsentativ", für viele Politiker und Architekten gleichbedeutend mit einer konservativen Ästhetik, gestaltet werden. Chefarchitekt Henselmann konzentrierte seine Bemühungen aber nicht auf das Stadt- und Staatszentrum, sondern auf den Alexanderplatz, die Verlängerung der Stalinallee und den Umbau zur autogerechten Stadt.
1956 wurden die westdeutschen Vorbereitungen eines Internationalen Wettbewerbs für das Berliner Zentrum publik. Die Versuche der DDR-Baubehörden, den Wettbewerb in einen gesamtdeutschen zu verwandeln oder zu verhindern, scheiterten.
Im Sommer 1957 wurde eine "Kommission zur Untersuchung aller das Zentrum betreffenden Fragen, insbesondere Ausschreibung des [Ost-Berliner Zentrums-] Wettbewerbs“ unter der Leitung Gerhard Kosels gegründet. Die Kommission trat zwar nie zusammen, aber die Übertragung ihrer Leitung legitimierte Kosels Projekt "Marx-Engels-Forum".
In der zweiten Jahreshälfte 1957 ließ Kosel im Entwurfsbüro für Stadt- und Dorfplanung Halle (Leiter Hans Mertens, Mitarbeiter waren die Architekten Wolfgang König, Schilde, Röhr und Koch) und vom soeben emeritierten Hanns Hopp insgesamt fünf (nach neuesten Erkenntnissen sogar sechs) städtebaulich geringfügig, architektonisch aber durchaus differierende Entwürfe für das Ost-Berliner Zentrum ausarbeiten. Kosels Absicht war es u.a., Hermann Henselmann als Chefarchitekten zu düpieren und sich selbst in die Baugeschichte der DDR einzuschreiben. Veröffentlicht wurden die Entwürfe im Aprilheft 1958 der Deutschen Architektur.
Die Vision eines stadtbildprägenden Zentralgebäudes östlich der Spree dominierte die Ost-Berliner Zentrumsplanung bis ca. 1964. Realisiert wurden sie nicht. Stattdessen entstanden mit dem Fernsehturm (einem technischen Bauwerk mit hohem Symbolcharakter) und dem Palast der Republik (Volkshaus, Kulturhaus, Parlamentsgebäude) zwei Bauten westlich bzw. östlich des von Kosel vorgesehen Bauplatzes - der aber bezeichnenderweise bis zum heutigen Tag den von Kosel vergebenen Namen trägt: Marx-Engels-Forum.

Literatur:

Peter Müller: Symbolsuche. Die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation (Berliner Schriften zur Kunst, Bd. XIX), Berlin 2005, S. 106-155.

Gerhard Kosel, Aufbau des Zentrums der Hauptstadt des demokratischen Deutschlands, in: Deutsche Architektur 4 (1958), S. 177-183.