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Wettbewerb II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee: Modell
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Hermann Henselmann (1905 - 1995)

  • TitelWettbewerb II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee: ModellBerlin, Mitte/Friedrichshain, Stalinallee (vor 1949 Frankfurter Allee, seit 1961 Karl-Marx-Allee)/Strausberger Platz/Alexanderplatz/Schillingstraße
  • Datierung20.01.1958
  • GattungFotografie
  • SystematikSchwarzweißfotografie
  • Umfang1
  • KonvolutOst-Berliner Fotoarchiv
  • InventarnummerBG-AS 1436.002307
  • CreditlineÜbernahme aus Beständen der Magistratsverwaltung für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr Berlin [Ost] über die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen Berlin, 1991
  • AusgestelltNein
Beschreibung

Modellfoto
Stadtplanung
Zentrumsplanung
Magistralenplanung
Interner Wettbewerb unter sieben eingeladenen Kollektiven
Wohnkomplex
Autor: Magistrat von Gross-Berlin, Chefarchitekt
Maßstab 1:1000

Planungsgeschichte des II. Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee:
Im Laufe des Jahres 1954, die Stalinallee war noch im Bau (als letztes wurden im August 1956 die Bauten am Frankfurter Tor fertiggestellt), änderte sich der städtebauliche und architektonische Geschmack der Partei- und Staatsführung grundlegend: Als Folge der von Moskau eingeleiteten Entstalinisierung sollte zukünftig auch in der DDR nüchterner, sparsamer und moderner gebaut werden. Aufgrund dieser sogenannten „Großen Wende im Bauwesen“ dauerte es mehrere Jahre, bis die 750 m lange Verlängerung der Stalinallee vom Strausberger Platz zum Alexanderplatz in Angriff genommen wurde.
Chefarchitekt Henselmann ergriff im April 1958 die Initiative und unterbreitete dem Politbüro eine städtebauliche Konzeption, die er in veränderter Form im August 1958 auch in der Deutschen Architektur publizierte. Daraufhin forderte das Bauministerium im September/Oktober 1958 neben Henselmann sechs weitere Kollektive (Collein/Leucht/Mertens von der Deutschen Bauakademie, Dutschke/Kaiser vom Entwurfsbüro Hochbau I Berlin, Englberger von der HAB Weimar, Hopp und Paulick von der Deutschen Bauakademie) zu einem internen Wettbewerb auf. Einige der Entwurfsarchitekten fungierten bezeichnenderweise gleichzeitig als Juroren des Wettbewerbs.
Aufgrund seiner überlegenen Ortskenntnis und Architektur setzte sich der Entwurf von Werner Dutschke (Städtebau) und Josef Kaiser (Architektur) durch. Aus Gründen der Parteiräson (Dutschke und Kaiser waren parteilos) wurde eine Zusammenarbeit mit Edmund Collein dekretiert, die sich aber nur marginal auf den ausgeführten Entwurf auswirkte.
Zwischen 1959 und 1965 entstanden auf 60 ha Fläche zu beiden Seiten der auf 110 m aufgeweiteten Stalinallee (ab 1961 Karl-Marx-Allee) 5000 Wohnungen in fünf-, acht- und zehngeschossigen Wohnhochhäusern der Serie QP, ein Kino, ein Hotel, ein Ambulatorium (Poliklinik), eine Schule, Kindertagesstätten und zahlreiche Restaurants und Läden.
Die beiden Wohnkomplexe des II. Bauabschnitts Karl-Marx-Allee werden im Süden von der Holzmarktstraße, im Westen von der Otto-Braun-Straße (ehem. Hans-Beimler-Straße), im Osten von der Lichtenberger Straße und im Norden von der Mollstraße begrenzt.


Literatur:

Prämiert und ausgeschieden. Dokumentation eines IRS-Sammlungbestandes zu Städtebaulichen Wettbewerben in der DDR 1946 - 1977 (Schriftenreihe REGIO-doc des IRS, Bd. 2), Erkner 1998, S. 65.

Dorothea Tscheschner: Stadtplanung und Städtebau, in: Karl-Marx-Allee - Magistrale in Berlin. Die Wandlung der sozialistischen Prachtstraße zur Hauptstraße des Berliner Ostens (Publikationen der Historischen Kommission zu Berlin), Berlin 1996, S. 15-42, hier S. 30-40.

Herbert Nicolaus/Alexander Obeth: Die Stalinallee. Geschichte einer deutschen Straße, Berlin 1997, bes. S. 263-286.