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Die drei Sprünge des Wang-lun
  • © Prof. Karol Kubicki
    • Margarete Kubicka (1891 - 1984)

  • TitelDie drei Sprünge des Wang-lun12 Illustrationen zu dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin
  • Datierung1925
  • GattungZeichnung
  • MaterialAquarell und Gouache über Bleistift auf Karton
  • Umfang12
  • InventarnummerBG-G 1269/78 1-12
  • CreditlineSchenkung Karol Kubicki, Berlin, 2016
  • AusgestelltNein
Text

Margarete Kubicka
Eine Berliner Künstlerin der Klassischen Moderne
Margarete Kubicka, geb. Schuster wurde 1891 in Berlin geboren. Sie studierte von 1911 bis 1913 an der Königlichen Kunstakademie. Da Frauen für das Studium der Freien Kunst nicht zugelassen waren, ließ sie sich zur Zeichenlehrerin ausbilden. 1916 heiratete sie den polnisch-jüdischen Künstler Stanislaw Kubicki. Beide gehörten zum Umkreis der Zeitschrift Aktion, die dem Expressionismus und einem politischen Anarchismus nahestand. 1920 gründeten sie in Köln gemeinsam mit den Malern Franz W. Seiwert, Heinrich Hoerle, Jankel Adler und Otto Freundlich die Gruppe Kommune. 1922 organisierten sie die Internationale Arbeiterkunstausstellung Berlin. Ab Mitte der 1920er-Jahre unterrichtete Margarete Kubicka als Kunsterzieherin in Neukölln und lebte mit ihrer Familie in der Hufeisensiedlung in Berlin-Britz.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh Stanislaw Kubicki 1934 nach Polen und wurde 1943 dort als Widerstandskämpfer ermordet. Margarete Kubicka unterstützte polnische Zwangsarbeiter in der Hufeisensiedlung und war Drangsalierungen und Hausdurchsuchungen ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Lehrerin an der Luise-Henriette-Oberschule in Berlin Tempelhof. Sie blieb weiterhin künstlerisch tätig und starb 1984.

Textlabel Margarete Kubicka:
Diese Serie von Aquarellen aus dem Jahr 1925 ist typisch für Kubickas Formauffassung, in der sich Elemente des Expressionismus und des russischen Konstruktivismus mischen. Sie entstand in Auseinandersetzung mit dem 1916 erschienenen Roman Die drei Sprünge des Wang-Lun von Alfred Döblin. Im China des 18. Jahrhunderts angesiedelt, erzählt das Buch von Wang-Lun, der sich zur religiösen Philosophie des Taoismus (Tao/Dao = Weg) und deren Lehre vom Wu-Wei, dem Nicht-Handeln bekennt. Im Kampf gegen die Regierung und den Hütern der offiziellen Staatsreligion wandelt sich Wang zum Anführer eines bewaffneten Aufstandes. Nach dessen Niederschlagung findet er jedoch zur Lehre des Nicht-Handelns zurück. Margarete Kubicka sah in den Konflikten in diesem historischen Roman offenbar Parallelen zu ihrer eigenen politischen Auffassung. AL