Results:  1

dada ist die [Brücke] zum Weltfrieden. Detmold, 25.7.1922.Handzettel,
  • Repro: Berlinische Galerie
    • Johannes Baader (1875 - 1955)

  • Titledada ist die [Brücke] zum Weltfrieden. Detmold, 25.7.1922.
    Handzettel,
    Ankündigung eines Vortrages von Johannes Baader über Dadaistische Wohnungskultur auf der Möbelmesse in Detmold, 25. Juli 1922.

    "dada ist die [Brücke] zum Weltfrieden
    DER-OBERDADA
    .nesel sknil hcan sthcer nov etrow nnak
    neseweg elusch adad red ni rew .ido ?iwo
  • Date25.7.1922
  • CategoryDruckerzeugnis
  • MaterialPapier, gedruckt
  • Dimensions31,7 x 22,8 cm (Außenmaß)
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC D 599/79
  • Other NumberBG-HHE II 22.41
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Wissenschaft und Kunst, Berlin, 1978
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

[Rückseite:] SEINE geistige Hocherhabenheit ohne Tadel und mit ohne erheblich bürokratisch abgestempelten Adel, hilflose Teufelssünder «wenn ihr es noch nicht wisst, als Oberdada von jedem Dadaist; Mensch drum werde was du bist «dadaist». Also der Oberdada Johannes Baader, Päsident des Erd- und Weltballs verkündet
Dadaistische Wohnungskultur
auf der Möbelmesse in Detmold
Am Dienstag, den 25. Juli 1922, nachm. 4 Uhr, mit dada-istischer Geistesbeleuchtung im Saale des Hotels Odeon in Begleitung der KAISERIN - DADA mit Gefolge nebst den Silbergäulen. Der Hofzug bewegt sich tags darauf am 26. Juli, nachm. 4 Uhr, ab Marktplatz ohne Gala solch bischen dadaistisch Tra-la-La-la zum
HERMANNSDENKMAL
wo das geistig grosse Licht, der Oberdada über Weltfrieden spricht. Was die folgenden Tage sich während der Anwesenheit seiner geistigen Hocherhabenheit, des Präsidenten vom Erd- und Weltball durch ihn in Friedenstadt ereignet, wird ohne Lügenpresse als geistiger Grundstein in das Weltfriedensgedankengebäude eingefügt. Diese Erklärung der Wahrheit vorab genügt.
Prophetisch verkündet und den neuen Geist entzündet:
CARL BOBE, Organisator, Weltordnungsdiktator.
Johannes BAADER oberDada

Ueber die Geistesbrücke,
Naht das Weltenglücke!
DER HIMMEL AUF ERDEN,
KANN FUER BIBEICHRISTEN ZUM FIMMEL WERDEN
dada ist dadaismus !!!
Taylor-Forschungsblatt Nr. 7
rEiChSvErKeHrS - nEbEl tiefer
FrEiFaHrT - kNeBeL hoher Sinn
DADA OHNE DEGEN
BRINGT DEN SEGEN
HERMANN OHNE SCHWERT
KRIEG HAT NIMMER WERT
bAnDeL
WaNdEl
Der Oberdada Baader - Grosz - Herzfeld - Direktion H. Ehrlich - Dada-Umzug

«Die Holzindustrie» schreibt in ihrer Nr. 41. 1922 mit reichsindustriellem Zukunftsblick über: «UEBER-MOEBEL ODER DADAISTISCHE WOHNUNGS-KULTUR». In dieser Zeit wirtschaftlichen Ringens mag es eine Ausspannung sein, auch einmal etwas erweiterndes über seinen Beruf und über die Ware, die man herstellt, zu lesen - sei es nur auch eine unfreiwillige Humoreske, wie sie Herr Finsterlin in seinem Aufsatz über «Innenarchitektur» in der Zeitschrift «Frühlicht», Verlag W. Peters, Magdeburg, darbietet. Namentlich die Möbelfabrikanten werden ihre helle Freude an den vorgeschlagenen Entwürfen haben.
«Im Innenraum des neuen Hauses», sagt der Verfasser, «wird man sich nicht nur als Insasse einer märchenhaften Kristalldrüse fühlen, sondern als interner Bewohner eines Organismus, wandernd von Organ zu Organ ein gebender und empfangender Symbiote eines «fossilen Riesenmutter-Leibes». Möbel wie wir sie in unsere große Wohnschachteln kleben, müßten im neuen Raum wirken als störendste, zerstörende leidreizende Fremdlinge. Sagt mir, ob euch nie das gewaltreizende Schema eurer sechs Wände irritiert und die injizierten Sachssärge eurer tausend Notwendigkeiten (damit sind Schränke gemeint), -- ob nie die geheimnisvolle Lust an euch heran kroch, euch zu umräumen nach dem Rhytmus eurer atmenden Seele. - Möbel des neuen Zimmers werden Immobilien sein müssen, Unterformen. Divertikel der häuslichen Organe, untrennbar und unverrückbar von und in ihnen, Organe im Organ, Gefäße im Gefäß. Daß ihr Grundmaterial sodann identisch oder mindestens verwandt sein muß, ist sebstverständlich. - So kann zum Beispiel ein Schrank mit seiner Wurzel aus der Wand eines Beton-Baues herausblähen, übergehend in Majolika, und nur für seine Zierumstellung können andere Materialien in Betracht kommen. Man denke sich Majolika-Betten die mit ihrem Fuße ihrem Substrate entwuchern und in ihrem Kelche den Flaum tragen wie Pilze den Mulm ihrer nächsten Generation! Wie «draußen» werden sich dem ruhesehnenden Leibe mollige Mulden entgegenkratern, der Fuß aber wird wandeln auf glasig-durchsichtigen Böden. Durch das transparente Bodenmaterial kann man das alldimensionale Raumgefühl diffundieren, und dem Wohnling in ungeahnter Balanze halten . . . . Das Licht flutet in diesem neuen Hause, wie der Verfasser versichert, durch «organische» Fenster, d. h. durch die dünnsten Stellen, die durch die Möbelwucherungen bis zu Transparenz, zur Glashaftigkeit entstofflicht werden! Oder der nackte Fuß wird Boden Skulpturen umschmeicheln bei jeden Schritte, den stiefmütterlichen Tastsinn neu belebend. So könnte das Haus zum Erlebnis werden, zur Mutter die hegt und bildet, wie der Saftdom des Gallwespenbabys.»
MÖBEL PÖBEL Kaiserin DADA Mama kocht: TrAuErKlÖsSe
mit angebrannter Diplomatengröße. Verrückt
Lies: KURT SCHWITTERS Buch «Die Silbergäule» Verlag Paul Stegemann, Hannover.
Dada-Satz vom Obermachulken des Machulken-Verbandes.
Der Weg zur Hölle ist gepfaster mit Bürokraten !!!
DADAISTEN-LISTEN: Anna Blume, Kurt Schwitters, ERNA HAEHNE, ADPIAN, DietRich, Otto Freudlich, Cantarelli Roul, HAUSMANN, MaschinenDadA ARNDT, Die Silbergäule, Hülsenbeck"