Resultate:  1

[Notizbuch II]
  • © Berlinische Galerie, Berlin / VG Wort, München
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • Titel[Notizbuch II]
  • Datierung1917 - 1918
  • GattungAufzeichnungen
  • SystematikNotizbuch
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Masse20,1 x 12,9 x 1,2 cm (Außenmaß)
  • Umfang128 Seiten
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 1751
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

Schreibheft mit schwarzem Einband, 128 Seiten, einige Seiten herausgeschnitten oder beschädigt, von Seite 114 bis 120 leer.

Inhalt:
S. 1 eingeklebter Zeitungsausschnitt: Tolstois Prophezeiung auf den Weltkrieg, in: Die Weltbühne, 6.8.1918.
S. 2 Deutsche Übersetzung eines Gedichts von Walt Whitman, "Das Sich-Selbst singe ich". 21. Mai 1917.
S. 3, 17 Reisedaten, Zugabfahrtszeiten, Heidebrink, 12.-27.8.1918, und Osterholz, 28.8.-16.9.1918.
S. 4, 6 Text: [Den natürlichen Menschen gibt es nicht] 14.8.1918.
S. 7 Rezession über die Kunstschau der Ausstellungsvereinigung Pommerscher Künstler und des Sturm im Stettiner Museum. In: Stettiner General-Anzeiger, 23.8.1918.
S. 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22 Text: "Der Proletarier und die Kunst", 15.8.1918.
S. 22 Anmerkung: Der Mensch, der mit der Natur, 4.9.1918.
S. 24 Text: [Die männliche Gesellschaft], 19.8.1918.
S. 26, 28 Text: [Frei, d. h. balancierend handeln kann jeder nur von einer eignen Mitte aus] 23.8.1918.
S. 30, 32 Text:Tolstoi und Dostojewski und ihr Einfluss auf das europäische Geistesleben der Gegenwart, 24.8.1918, und erweiterte Fassungen, 3./4.9.1918.
S. 34: Raoul Hausmann Lautgedicht: Dorf (Mistgrube), Heidebrink, verfasst am 26.8.1918.

S. 35, 36 Briefentwurf. Raoul Hausmann an Hannah Höch, [Osterholz] 29.8.1918
»29.8.18 Hannah.
Dein Gott ist dein Kind. Und Du wirst eines Tages sehen, dass nichts Dich zwang, mich zu belügen, dass Du an mir vorbeigingst, ohne mich das werden zu lassen, wozu ich bereit war und wozu es keinen anderen Weg gab, als über Osterholz: den Vater Deines Kindes. Um dessen willen für den Vater kein Opfer zu gross gewesen wäre. Keiner kann früher sehen, als er dazu fähig ist; ich habe nun gesehen und danach getan, was meine Verantwortung nicht nur für Dich, sondern für alle gebot: Ich darf nicht nur an Dein Kind, sondern ich muss an den Himmel denken. Darum bin ich nicht schuldig, und Dein Gott wird Dir unfehlbar einst Gereichtigkeit geben oder von Dir fordern - darauf kann ich in Vertrauen warten. R.
Fussnote:
Vom Sonntag an durftest Du nur die Wahrheit sagen. Ich war um Wunder bereit. Du hast es nicht gesehen. (Einem Schwächling hättest Du Dich nie gegeben.)«

S. 38, 40 Text: [Das Prinzip der Existenz ist der Mord], 3.9.1918.
S. 39 Lautgedicht: N'moum.
S. 42, 44 Text: [Jener letzte Protest des Menschen], 4.9.1918.
S. 46, 48, 50 Text: [Tolstoi ist der Gegenpol Nietzsches], 13.9.1918.
S. 51 Der deutsche Krieg im Jahre 1913. Aus: Okkultischtes Zentralblatt 1913.
S. 52, 54 Briefentwurf: Raoul Hausmann an die Redaktion der Weltbühne. 14.9.1918

S. 56, 58 Briefentwurf. Raoul Hausmann an Hannah Höch, [Osterholz], 15.9.1918.
»15.9.18.
Alles andre als dies, was micht treibt, immer wieder zu Dir zu kommen, ist Oberfläche. Und diese gemeinschaftliche Erinnerung, die eine Geburt, Wiederkunft will, ist die einzige Reinheit, sich mehr und mehr steigernd. Sie schwächt nicht ab, und ist darum die einzige Wirklichkeit, sie will Fortsetzung gegen unser Wollen, sie erzwingt dies. Gegen unser Erkennen, das schon oft ein Ende sah, eine Grenze, die dieses Erinnern zwischen zweien immer wieder beseitigt, überschreitet, fortführt. Diese Wirklichkeit ist untrügerisch, auch wenn wir als Einzelne aneinander vorübergleiten. Diese Wirklichkeit ist Vereinigung. Auflösung des Einzelnen im Gemeinsamen. Diese Instinkte, verborgene Leiter, sind unumgehbar, durch alle Opfer hindruch holen sie unser Wesen heraus..«

S. 59, 63, 65, 67, 69 Text: Die Objektivierung des Subjects.

S. 60 Text: [Habe Misstrauen vor allen Unbedingten.], [Osterholz oder Berlin], 16.9.1918.
»„Habe Misstrauen vor allen Unbedingten" N

Vor der Unbedingtheit des Himmels,
der die Hölle nicht umfasst,
vor der Unbedingtheit der Reinheit,
die den Schmutz nicht begreift vor der Unbedingtheit der Wahrheit,
die an der Unwahrheit scheitert oder sie nicht als Bestandteil,
als Wesensanteil erfasst.
Vor Allem Unbedingten, das seinen
Gegensatz und Widerspruch in sich
nicht sehen will habe Miss-
trauen. 16. 9.18
„Güte" Tolstois.«

S. 61 Text: [Aber neben dem abgründigsten Gedanken des Mannes], 16.9.1918.
S. 62, 64 Text: [Das Weib nur böse um der Güte Willen], 16.9.1918
S. 66, 68, 70, 72, 74, 76 Briefentwurf. Raoul Hausmann an Hannah Höch, 19.9.1918.
S. 71, 73, 75, 85, 87, 89, 91, 93 Der Besitzbegriff in der Familie und das Recht auf den eignen Körper. 7.3.1919
S. 77, 79, 81, 83 vier eingeklebte Zeitungsausschnitte über deutsche Politik, Kriegsende, ohne Titel, ohne Quellenangabe, Oktober 1919
S. 78 Briefentwurf. Raoul Hausmann an Hannah Höch, 1.10.1918.
S. 80 [Um die Wilson-Lansingsche Antwort-Frage-Note zu vermeiden], 11.10.1918.
S. 82 Text: [Die liberalen Blätter schmieren], 18.10.1918.
S. 84, 86, 88 Abschrift der Notiz. Aus: Die Aktion August 1917, 31/32, S. 422.
S. 90, 92 Text: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, 12.11.1918.
S. 94, 96 Text: Menschen leben Erleben.
S. 97 Auflistung von 17 Aufsatzartikeln bzw. eigenen Manifesten.
S. 98, 100, 102, 104, 106 Text: Gegen die Intellektuellen, 26.11.1918.
S. 108 Text: [Der Proletarier steht nur insoweit dem Menschen näher als andere Klassen]
S. 110, 111, 112 Text: [Nur ganz wenige Menschen dürfen sich geistige Proletarier nennen], 2.12.1918.
S. 113 Notiz: "Habe in Gegenwart Baaders gefragt, wer steht hinter der Sache? Antwort Gruppe Spartakus."
S. 121, 127, 129 drei Bleistift-Skizzen: Mann und Frau, 2x Boote am Strand
S. 125 diverse Verlagsanschriften und Titel.
S. 123 Notierungen von Buchtiteln aus den Bereichen Philosophie, Psychoanalyse, Buddhismus, Anthroposophie, Tristan Tzara, Vingt-cinq poèmes.