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Brief von Theo van Doesburg an Hannah Höch. Clamart
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Theo van Doesburg (1883 - 1931)

  • TitelBrief von Theo van Doesburg an Hannah Höch. ClamartBriefkopf: "NB DE STIJL [...]". Zusatz von Hannah Höch.
  • Datierung1.5.[1926]
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben, handgeschrieben
  • Masse13,2 x 20,7 cm (Blattmaß)
  • BeschriftungHandgeschriebener Zusatz von Hannah Höch: "Lieber Förster - eben kommt dieser Brief von Doesburg. Bitte lesen Sie - und heben ihn mir dann auf. Ja? Wollen Sie eine Antwort noch veranlassen? Herzlich Hannah Höch."
  • Umfang2 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 123/79
  • Andere NummerBG-HHE II 26.7
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

"Clamart 1/5 [hs. eingefügt: 1926]
Liebe Hännchen!
Bezüglich die Teilnahme an die Grosser Berliner, möchte ich sie nun entgültig antworten. Ich habe die ganze Woche in Paris herumgerannt und kam niemals ohne schwitzender Popo nach Hause!!! bis ich Herrn Schmid begegnete, der behauptete, es handelte sich nur um einige Bilder von Metzinger, Leger, Picosso, Braque u.s.w. Du wirst verstehen wie enttausch ich war und wie meine Energie auf einmal ins Gegenteil umschlug. Herr Schmid, der übrigens ein lieber Kerl ist, sagte mir auch noch diese Transport via die Deutsche Delegation sei blosz eine Bluff gewesen.
Die Leute Hier, wie Herr Goldermann wusste nichts davon und genehmigte das auch gar nicht. Wenn die Dépèche, bezüglich die Beteiligung der Styl-gruppe kam bin ich von Freude durch dem Dach meine Ateliers gesprungen aber kaum war ich wieder unten oder da kam deine Karte welche mir für die ganze Nancyer Ausstellung nur, höchstens 30 qu. M. zur verfügung stellen könnte. Also eine Wandfläche von 6 M. bei 5 M. Es wäre schade um das schöne Material worüber ich jetzt verfüge, wenn ich die verschiedenste Sache (Zeichnungen, Bilder, Architecturprojecte, Photos) alle ober einander hangen würde. Ausserdem die Modellen, wovon das grösste eine Fläche von 2 M bei 1.50 M erfordert. Im ganze habe ich 65 Sachen und brauche dazu eine kleine Saal. Also von eine Stylvertretung muss ich, leider, absehen. Die Zeit ist ausserdem auch zu kurz. Herrn Schmid ist der Meinung, dasz die Bilder, wenn sie nicht vermittels einem Kurier geschickt werden können an die Belgische Grenzen 2 oder 3 Woche stehen bleiben werden.
Da du mir, in deinen Ersten Brief schreibst, dass alle Gruppe sich so anstrengen, wollte ich mir auch für die Gruppe anstrengen, und eine schöne Sammlung Bilder von Pariser maler zusammen bringen. Meine Ansichte nach kommen hierfür etwa 35-40 Künstler in betracht, will man jedenfalls von alle Richtungen die besten ausstellen. Ich habe an Herr Schmid die Liste welche ich gemacht hätte, vor gelesen und er war damit sehr einverstanden, behauptete nur, es handelte sich nur um einige Bilder der bekannteste Maler, ich hätte die Sache viel zu grosz aufgefasst, u.s.w.
Wenn das wahr ist, wenn es sich blosz um einige Bilder der meist bekannte Maler handelt, wofür brauche sie dann mir zu fragen? Die Leute welche nach seine Ansichte für eine Ausstellung einer revolutionaire Kunstverein, in Betracht kommen sind natürlich die die JÜNSTE GENERATION VERTRETEN UND IN DEUTSCHLAND NOCH GAR NICHT AUSGESTELLT HABEN. Mit 50-60 Bilder liess sich schon viel machen, aber wie mir Schmid die Sache vorstellt lässt sich überhaupt nichts machen. In Vertrauen gesagt: ich glaube nicht dasz Herr Schmid sich viel um die Sache kümmert, dabei soll er sehr unangenehme Erfahrunge bei die Deutsche Bodschaft gemacht haben. Man hatt, von Berlin aus die Transport - und Douane-Schwierigkeiten entgültig regeln müssen Jetzt wird aus das ganze einen Dreck.
Das einzige was ich tun kann ist, auf eigene Kosten meine Kiste schicken, wie auch Mondrian (der schon für 14 Tage die Ausstellungsformulare bekam, ohne dass ich davon wusste!! Alles hinter meine Rücke um) tat. Ich kann dann in meine Kiste noch einige Bilder von Freunde mitschicken. Z. B. von Hans Arp, der jetzt in Paris wohnt. Wenn ich Leute einladen will, brauche ich doch ein Paket Formulare, Klebzettel u.s.w. Das einfachste ist aber vernachlässigt und man weisst dabei gar nicht was man tun kann was nicht.
Wilhelm Schmid ruft nur, «machen wir nächstes Jahr mal eine Ausstellung», und wie schlappig mir das auch schien, rufe ich jetzt auch dasselbe.
Ich fand es sehr lieb und nett dasz sie mir für die Sache interessieren wollte, und wir Beiden, Nelly und ich hätte das beste vor, um eine tadellose Sammlung zusammen zu bringen. Wir sehen aber ein, dasz es vergeblich sein werden, und müssen jetzt warten bis nächstes Jahr.
Schmid sagte mir, dass man nicht sicher ist die Bilder wieder in Paris zurück zu bekommen. Ist das richtig?
Lieb von dir dass du die Rohwolt Angelegenheit für mir erledigen wollen.
Es wird uns freuen der Hülsenbeck kennen zu lernen!
Herzlichst umarmt, und Küsse von Nelly
der Does"