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Salomo Friedlaender (Mynona) an Raoul Hausmann. [vermutl. Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Salomo Friedlaender (1871 - 1946)

  • TitelSalomo Friedlaender (Mynona) an Raoul Hausmann. [vermutl. Berlin]
  • Datierung1921
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben
  • Masse21,9 x 14,3 cm (Blattmaß)
  • Beschriftunghandschriftliche Anmerkungen von Raoul Hausmann
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 4769/79
  • Andere NummerBG-HHE II 21.50
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

"Gott zum Gruss, teuerer Raoul!
Hier ist das Kleinod; hoffentlich
haben Sie damit Glück.
Wann sehn wir sich?
Warum sinn Sie nach Segal's heiligen Worten so rasch
verschwunden???
Däubler [1] geht nach Griechenland.
Grüssen Sie sich und Ihre Dame schönstens
von Ihrem
Schneewittchen Mynona.

Komm doch bald mit dem Meidner=Abführer!!! [2]

[handschriftlich von Hausmann:]
Nun blühert's [3] wieder in den alldeutschen Büschen!"
Ob die Leute Moczkowski[3] oder Mehring heissen, ist doch nur die selbe Anton Kuh [4].
Dada ist der Blick aufs Leben durch die Closetbrille.

<Schutzmann Photo erfragen> [5]

NG Flugblatt der Novembergruppe
Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst! <erl.>
Wir sind nicht die Photographen! <erl.>

Notiz über die Machinationen des Kultusministers [6]
uns betr. Grosse Berliner K-A. an die Freiheit
12 Uhr Berliner, B.Z. und Tageblatt senden!

Für das N.-G. Flugblatt noch eine kurze Polemik
gegen Cassierer [7] - Flechtheim [8] - Goltz [9], sowie Westheim [10] ,
sowie Walden [11] und sow. Worringer [12] (?)

Vorschlag an die Gruppe um Segal, Freundlich,
Schlichter, Dix, Albrecht [13] zu beteiligen.

Michael Bohnen [14] wird in dem Film «Proletarier»
von [---] die Rolle des Franz Edjung [15] spielen"

[1] Theodor Däubler.
[2] Es könnte sich hierbei um den Führer zur Ausstellung der Zeichnungen von Ludwig Meidner handeln, die im April 1920 im Graphischen Kabinett I. B. Neumann gezeigt wurden.
[3] Eine Anspielung auf den philosophischen Schriftsteller und Lebensreformer Hans Blüher (1888-1955), der sich um das Problem des geistigen Führertums, des Männerbundes und um die Sinndeutung der Wandervogelbewegung bemühte.
[4] Es bleibt ungeklärt, ob hier Alexander Moszkowski, der populäre Schriftsteller und Redakteur der Lustigen Blätter, oder dessen Bruder Walter Moszkowski, der langjährige Reporter der Berliner Morgenpost, gemeint ist.
[5] Anton Kuh (1890-1941), Wiener Schriftsteller, kam 1926 für längere Zeit nach Berlin und wurde dort zu einem der bekanntesten Caféhausliteraten.
[6] Vgl. Abb. von Raoul Hausmann in einer Schutzmann-Uniform, in: Kat. Raoul Hausmann 1886-1971 : der deutsche Spiesser ärgert sich / Berlinische Galerie (Hrsg.). IVAM Centre Julio González, Valencia; Musée d'Art Moderne, Saint-Etienne; Berlinische Galerie, Berlin; Musée departemental, Rochechouart, 1994. - S. 171, Kat.-Nr. 256. Die Originalphotographie befindet sich in der Photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie.
[7] Paul Cassirer (1871-1926), Kunsthändler, Zeitschriftenredakteur, Direktor des Kölnischen Kunstvereins, Vorsitzender der Berliner Secession und Verleger.
[8] Alfred Flechtheim (1878-1937), Sammler, Kunsthändler, Verleger.
[9] Hans Goltz, Buchhändler und Galerist, seit 1903 in München ansässig, Leiter der Galerie Neue Kunst.
[10] Paul Westheim (1886-1963), Kunstschriftsteller, Verleger.
[11] Herwarth Walden.
[12] Wilhelm Worringer (1881-1965), Kunsthistoriker.
[13] Emil (häufig auch Ernst) Oskar Albrecht (1895-?), Maler und Graphiker.
[14] Michael Bohnen (1887-1965), Kammersänger und Filmschauspieler.
[15 ]In diesem aus Kasimir Edschmid und Franz Jung gebildeten Wortspiel ist nach Auffassung von Fritz Mierau möglicherweise eine Anspielung auf Kasimir Edschmids revolutionäre Rhetorikphase zu sehen.