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MA : Aktivista Folyóirat / Lajos Kassák (Hrsg.). Wien
  • © VG Bild-Kunst, Bonn
    • Lajos Kassák (1887 - 1967)

  • TitleMA : Aktivista Folyóirat / Lajos Kassák (Hrsg.). Wien6. Jg., 1921, H. 9, 16 S. [S. 118-136 der Gesamtfolge]
  • Date1921
  • CategoryDruckerzeugnis
  • ClassificationZeitschrift
  • MaterialPapier, gedruckt
  • Dimensions30,9 x 23,6 cm (Außenmaß)
  • InscriptionHandschriftliche Anmerkung von Hannah Höch: "Hannah Höch, von Mohoh".
  • Amount16 Seiten
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC 505/79,2
  • Other NumberBG-HHE II 21.86
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description

Im November 1916 gründete Lajos Kassák die Zeitschrift MA (Heute), in Nachfolge der von ihm zuvor herausgegebenen Zeitschrift A Tett [Die Tat]. MA, deren Vorbilder u. a. Pfemferts Aktion und Waldens Sturm waren, erschien bis 1925, davon 1916 bis Juli 1919 in Budapest und von 1920 bis 1925 in Wien. Mitarbeiter der aktivistisch gesonnenen Zeitschrift waren u. a. Ujvari, Révai und Komját.
Zu den Gründungsmitgliedern der gleichnamigen Künstlergemeinschaft MA, die die Zeitschrift herausgab, gehörten der Kunstkritiker Iván Hevesy, der Theaterfachmann János Mácza und der Künstler Béla Uitz. Ziel der MA-Gruppe war es, ein geistiges Zentrum zu schaffen, in dem sich die Kunstströmungen Ost- und Westeuropas kreuzten. MA vertrat dabei eine antimilitaristische und sozialistische Weltanschauung und fühlte sich den neuen Kunsttheorien verpflichtet. Der MA-Kreis stand zwischen 1917 und 1919 dem Expressionismus nahe, wandte sich jedoch zugleich dem Futurismus und Kubismus zu. Zu den Mitarbeitern gehörten bereits in den ersten Kriegsjahren zahlreiche deutsche, französische und tschechische Künstler. Franz Marc, Max Pechstein, Umberto Boccioni, Guillaume Apollinaire, August Stramm, Else Laker-Schüler wurden vorgestellt; vertreten waren ebenfalls die Arbeiten der "Aktivisten", wie etwa Józef Nemes Lampérth, János Máttis Teutsch, Sándor Bortnyik und Béla Uitz.
Die aktivistische Grundhaltung der MA-Gruppe war zugleich Programm der Zeitschrift. Lajos Kassák forderte eine radikale Zerstörung der überlieferten ästhetischen Normen, wobei literarisches und künstlerisches Schaffen gleichermaßen als Kampfmittel dienen sollten. Bereits in den ersten Jahren war MA eine avantgardistische Zeitschrift, die eine breite Skala der europäischen "revolutionären" Kunstströmungen vereinte und in Text und Bild vorstellte. Während der Zeit der ungarischen Räterepublik kam es bezüglich der gesellschaftlichen Aufgaben der Kunst zu Kontroversen zwischen Kassák und der Revolutionsregierung unter Béla Kun. Die Zeitschrift MA wurde von den kommunistischen Machthabern als "Produkt bürgerlicher Dekadenz" bezeichnet und schließlich verboten. Nach Niederschlagung der Räterepublik emigrierten viele Künstler ins Ausland; Kassák wurde verhaftet, konnte jedoch nach Wien fliehen, wo sich die gesamte Budapester MA-Redaktion einfand. Am 1. Mai 1920 erschien die erste Ausgabe der nun in Wien produzierten Zeitschrift. Kassák, der sich als Ungar fühlte, betrachtete es als seine Aufgabe, den in Ungarn "Zurückgebliebenen" moralische Stärkung zu geben. Die ersten Ausgaben der Wiener MA befaßten sich vornehmlich mit dem "weißen Terror" des Horthy-Regimes in Ungarn. Die Zeit der Emigration war weitgehend von Kassáks undogmatischem Einsatz für eine internationale Kunst geprägt, wobei mehr und mehr ästhetische Fragestellungen in den Mittelpunkt rückten. MA wandte sich Dada zu und veröffentlichte Beiträge von Arp, Cendrars, Huelsenbeck, Hausmann, Schwitters, Tzara u. a. Noch bevor die Konstruktivisten 1922 auf der Ersten Russischen Kunstausstellung in der Galerie van Diemen in Berlin gezeigt wurden, widmete sich MA bereits der russischen Avantgarde. Die Zeitschrift festigte zunehmend ihre Stellung als Wegweiser innerhalb der europäischen Avantgarde-Bewegungen. Kenntnisse über neue Tendenzen erhielt Kassák über sein weitverzweigtes Redaktionsnetz und durch den intensiven Austausch zwischen den Emigranten. 1921 wurde Moholy-Nagy Vertreter und Korrespondent von MA in Berlin. Ab 1922 erschien die Zeitschrift in neuem Format, konsequent typographisch gestaltet, reich bebildert und mit einer auffallenden Titelgestaltung. Diese äußere Wandlung ließ MA zum zeitgemäßen Organ elementarer Gestaltung werden.
Vgl.: Kat. Lajos Kassák. Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kassák-Museum Budapest, Galerie im Haus am Lützowplatz, Berlin, 1991.

Inhalt:
H. Arp: Der vogel zelbdritt verseiböl.
Vladimir Majakovszki: A Költö Munkás.
Mátyás Péter: Moholy-Nagy.
Barta Sándor: Tisztelt asztaltársaság.
Kassák Lajos: 15.
Jorge-Luis Borges: Oroszország.
Mácza János: A fekete kandur.
Kudlák Lajos: Vasutak. Vers: 7. Vers: 8.
Remenyik László: Nyugalom.
Zilahi László: Létra..
Ujvári Erzsi: Próza: 22.
Christoph Spengemann: A Müvész.
Illustrationen:
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Rajz.
Moholy-Nagy: Rajz.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Rajz.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.
Moholy-Nagy: Olajfestmény.