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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Date26.07.1915
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount2 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 788/79
  • Other NumberBG-HHE I 6.15
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

„1/2 3 Uhr Nachm.
Montag 26. Juli 15.
Liebste
eben habe ich ein Aquarell gemacht - Deinen Kopf [1]. Ob es gut ist? Weiß ich nicht. Ich muß eben dran denken, daß es genau 8 Tage sind, seit ich Dich auf den Bahnhof brachte; wie schlimm war uns beiden zumute. Ich werde nie vergessen »Wenn ich könnte, würde ich fortlaufen« sagtest Du. - Jetzt ist es nicht schön, ich weiß nicht mehr, wie Du schmeckst, ich will Deine Zunge in meinem Mund fühlen und kann’s nicht - Heute wollte ich Dir viel schreiben, aber es wird wohl nicht gehen. Ich werde auf Deinen Brief warten, morgen früh, ich bin nicht froh.
Mit den Lithographien war’s heute nichts, drüben in der Bodenkammer ist durch die Hitze alles ganz ausgetrocknet, Wasser, Gummi arabicum, Salpetersäure, ich mußte alles wieder in Ordnung bringen. Mit dem Holzstock, den Du hattest, war’s eine entsetzliche Schinderei, er ist nämlich ungleich dick, ich mußte ihn unterlegen, es war ne furchtbare Sache, das Uberlagbrett der Maschine caput, jeden Druck zweimal durchdrehn, mit riesigem Druck, er ist nun zu schwarz geworden.//
- Ich habe großes Verlangen, schöne Dinge zu machen//
Schlaf' schön.
R.“
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[1] Eventuell Raoul Hausmann: Porträt Hannah Höch 1915. Publ.: Adriani. S. 11.