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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Date27.07.1915
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 789/79
  • Other NumberBG-HHE I 6.16
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

„1/4 5 Uhr Nachm. 27. Juli 1915.
Eben habe ich ein Bild [1] fertig, Schwarz, Terra Siena, Graublau, Graugelb zwei Strich Weiß; das bist Du, sehr weltfern.
Ich danke Dir für Deinen Brief. Liebes Herz, nie dachte ich, daß Du mir Geld für dies Holzatelier, das aus 6 Teilen besteht und transportabel ist (augenblicklich steht es Steglitz, Plantagenstraße) geben solltest. Irgend jemand soll mir im Herbst Bilder abkaufen - vielleicht? Wenn Du van Gogh ganz lesen willst, gut. Warten muß ich hier auch, es geht nicht schnell - stärker werde ich jetzt nur durch arbeiten - das will ich ja auch; ich habe seit 4 Tagen jeden Tag paar Stunden gearbeitet - und Sie[2] muß auch augenblicklich etwas Erholung haben (Sie hat jetzt Ferien) nicht? Meidner will nicht zu seinem Vergnügen heiraten - er ist ein merkwürdiger Mensch, ich glaube fast, er ist etwas zu künstlich, er hofft jemand gefunden zu haben. Wer weiß. Ich sprach auch über mich mit ihm. Er fand die Situation sehr tragisch - ist sie das? aber er meinte auch, es gäbe keinen »Zufall«. Also weiter. - Ich habe Dir an jedem Tag einen Zettel geschrieben. Gestern, Montag wars bös. Dir auch, das weiß ich. - Ich muß mich jetzt mal anziehn; ich sitze seit 4 Tagen zu haus im Schlafanzug. Die Welt hier ist wie eine weggeworfne Pappschachtel. Deine beiden Arbeiten haben mich gefreut. Ich hab sie an der Wand. Ich liebe Dich.
R.“

[1] Vgl. BG-HHE I 6.15.
[2] Elfriede Hausmann-Schaeffer.