Results:  1

Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Date1916
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt, gefaltet
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 799/89
  • Other NumberBG-HHE I 8.64
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

„Liebste
ich habe Dir schon einen Brief geschrieben - ich weiß, daß das bei uns verstiegene, übersteigerte Liebe ist - kein Haß - und ich weiß, was Du nicht weißt - daß [unleserlich] das zwischen uns liegt - daß das ihre[1] persönliche Wirkung ist - Ihre seelische Ausstrahlung - Sie liebt mich immer noch und das ist ihr Kampf um mich das sind die Mißverständnisse zwischen uns - das bin nicht ich - sie ist so stark sieh, wir müssen stärker sein - ich sagte Dir gestern - warum habe ich Dich nicht vor 10 Jahren gekannt. Denke daran - das war es was ich Dir sagen wollte - Du kennst die Urgründe die ich kenne noch nicht - Du weißt nur mich - und nichts anderes aber wir beide müssen noch so viel lernen - so viel so viel - Gott in uns glaubt noch nicht an sich, wie er glauben müßte - ich war wahnsinnig - ich bat Dich um Mitleid - Du mußt mir das schneller schenken - denke denke daß ich wahnsinnig sein kann - oh Du blaue Lilie denk an Deinen Ursprungsboden so braun. Wir erfahren Beide jetzt erst - was Liebe ist - Schreck Wut Scham Lust Glück verlier den Mut nicht
Geliebte
sieh mein Herz das liegt offen vor Dir das lag nie offen vor Keiner Keinem heut blüht bei unserm Blumenmann die Königin der Nacht“.

[1] Elfriede Hausmann-Schaeffer.