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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Date11.06.1916
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 801/79
  • Other NumberBG-HHE I 8.19
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

„11. Juni 16.
Ich träumte, ich wäre auf euern Hof gekommen, da warfst Du mir einen Apfel herunter. Darüber kam Deine Mutter, die schrie: so etwas giebt es hier nicht! da giengst du eilig und erschrocken in’s Zimmer zurück. Ich aber kletterte in einer Ecke, da ein Baum stand, die Mauer hoch, da kamst Du, mich küssen. Gabst mir einen Brief, den ich auf einer Straße, bei Licht, vergeblich zu entziffern suchte - Ich denke den ganzen Tag an Dich,

Liebe!
12. Juni 16.
Liebste, das ist ja schön, daß die Reise nicht so war, wie ich gefürchtet hatte. Ich bin ordentlich froh darüber. Hoffentlich hält Dein Bruder nun den Schnabel, dann wirst Du Dich vielleicht auch noch erholen können. Dein Brief kam erst heute an, wenn Du gestern (Sonntag) geschrieben hast, wird der erst morgen hier sein. Auf der Rückseite und dem zweiten Blatt findest Du etwas von gestern und vom Sonnabend. - Aber, meine kleine Blume, Du sollst ein Buch nicht so »anlesen« - das innere Ohr ist dann nicht bereit - und dann gilt, was Nietzsche vom Zarathustra sagt, von jedem guten Buch: man sollte beim Lesen sogar die Stiefel ausziehen!
Schreibe mir, wie’s Dir geht? Es liebt Dich R.“