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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, enthält ein Gedicht von Albert Ehrenstein, Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, enthält ein Gedicht von Albert Ehrenstein, Berlin
  • Datierung28.07.1916
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 803/79
  • Andere NummerBG-HHE I 8.36
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

„2. August 1916.
Nachdem ich Deine Hand losgelassen hatte und der Zug schon ein Stück vor mir fuhr - das tat weh, als würdest Du aus mir herausgerissen. Liebste, das war das letztemal, daß ich Dich fahren ließ. - Wie wirst Du wohl schlafen? - Morgen werde ich Dich nicht sehen können./
- Aber ich fühle Dich.
3. August 1916.
Liebste, ich kann Dir gar keinen Brief schicken, denn ich habe Deine Adresse nicht - Br.[1] ist groß, ich weiß nicht, wo Du wohnst. - Ob du schon die richtige See gesehen hast? - Ob Du noch Schmerzen hast? Hier haben wir Sturm - bei Euch muß es toll sein. - Ludwig Meidner, dieser kleine schwache Mensch, ist Soldat seit 1. August.

Albert Ehrenstein
Meine Freunde sind schwank wie Rohr
auf Ihren Lippen sitzt ihr Herz Keuschheit kennen sie nicht
tanzen möchte ich auf ihren Häuptern.

Mädchen, das ich liebe
Seele der Seelen du
auserwählte, lichtgeschaffene
nie sahst du mich an
dein Schoß war nicht bereit
Asche liegt auf meinem Herzen.

Ich kenne die Zähne der Hunde
in der Wind-ins-Gesicht-Gasse wohne ich“.[2]

[1] Brunshaupten. [2] Albert Ehrenstein: Wanderers Lied. Veröffentlicht in: Albert Ehrenstein: Die weiße Zeit. München, 1914. S. 81. Die ersten zwei Strophen des Gedichtes werden von Raoul Hausmann leicht verändert zitiert.