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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Berlin
  • Date[Anfang 1916]
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 701/79
  • Other NumberBG-HHE I 9.26
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

„Ich rieche nach Erde
Schmutz, Dung Aber auch strahle
Wie Blume,
Gestrigem bin ich
Böser Geist
Dem Heute
Brenne ich wie Mittagsonne.
Alter, Jugend
Mitten - Inne
Ich bin
Kristall der Welt
Leuchtend Leib und Geist

Freitag Nachmittag war ich auf 2 Stunden in Wannsee, dort traf ich Wieland Herzfeld [1], er sprach mich an, war sehr höflich und forderte mich auf ihm etwas für die Neue Jugend zu geben. Ich versprach ihm Salut Rubiner[2]. Durch ihn lernte ich Sonnabend Abend Georg Grosz[3] kennen. Das ist ein Mensch, wahrscheinlich nichts für Dich gerade, aber von Mann zu Mann kann er einem gefallen. Wir verstanden uns sans facon mit 5 Worten - wirklich, er gefällt mir. Und ich war sehr abgeneigt gewesen, ihn kennen zu lernen. Aber das ist einer, der sein Herz nicht auf der Zunge trägt - fabelhaft ironisch, er quatscht scheinbar; legt aber die ändern entlarvend rein. Er ist ruhig, sicher und kann schweigen. Er wird wohl noch was werden. -
Ich ging jetzt öfter Abends allein spazieren - es ist teilweise ganz schön, allein zu sein. Vor allen Dingen brauchte ich das mal sehr notwendig. - Heute geht es mir bischen schlecht, ich hatte schlimm Leibschmerzen, na“.
[Text unvollständig, das folgende Blatt fehlt.]

[1] Wieland Herzfelde. [2] Ein Beitrag Hausmanns für die Neue Jugend ist nicht bekannt. [3] George Grosz (eig. Georg Ehrenfried Groß).