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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • DatierungJuni/Juli 1918
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang2 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 727/79
  • Andere NummerBG-HHE I 10.82
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

„Liebste
ich bin totmüde und möchte nur bei Dir sein und ausruhen. Ich will Dir ja nicht einen Vorwurf machen, denn ich sehe, daß ich Montag hätte stärker sein müssen, als Du mich streicheltest. Verzeih meine Schwäche. Aber komm, habe Mut und nimm mich an Dein Herz - ich bin ganz weich und Dir hingegeben - ich wäre es auch vorgestern Nachmittag gewesen. Komm, gib Deinem Herzen die Kraft, mich zu nehmen, an Dich zu nehmen. Was Du mir sagtest: Du suchst bei mir Halt, - das will ich Dir geben. Sieh mal, wir sind doch nur beide wegen der letzten Trennung verzweifelt gewesen. Und wir lieben uns doch beide, und glauben aneinander, Du doch auch an mich. Ich bin vor Schmerz ganz fern aus mir selbst, aber ich glühe für Dich.
Meine Süße - ich werde von 6-7 in der Zimmermannstr. 34[1] auf Dich warten. Und falls Du dann nicht kommst - nimm mich doch heute Nacht in Dein Bett - Laß mich nicht so allein. Ich werde (ohne zu pfeifen), um 11 Uhr vor Deinem Haus sein. Gelt ja, Du holst mich. Und dann wollen wir nur gut zu einander sein, und überhaupt von Vergangenem nicht mehr sprechen. Liebe kleine Heimat, nimm mich in Deine Arme. Oh bitte, bitte, hole mich. Ich will Dich streicheln, streicheln, - wir wollen uns nie mehr trennen.
R“

[1] Adresse der Gesellschaft Freie Erde.