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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Plessow
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch, Plessow
  • DatierungJuni/Juli 1918
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang2 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 758/79
  • Andere NummerBG-HHE I 10.62
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

„Hanna mir hat Baader geholfen, das auszuhalten, ich habe in seinen Armen geschrieen, geschrieen nach Dir. Oh warum kannst Du aus meiner Liebe nichts machen. Ich war doch morgens nur verzweifelt, daß Du immer noch entfernt von mir warst - ich habe Dich doch gebeten - sag mir: mein Junge oder eine andres gutes Wort - ich bin doch Sonnabend zu Dir gekommen und habe gesagt: wir wollen um ein Kind bitten, bitten -
Rede Dir doch nicht ein, Du zermürbtest Dich an mir. Es wäre alles gut gewesen Abends, ich hatte so viel Zärtlichkeit für Dich, darum war es mir auch entsetzlich, daß Du ohne ein Wort - wegbliebst. Schon eine Stunde vorher, vor Ullstein, fühlte ich: jetzt ist etwas, sie kommt nicht. Ich war aber so gläubig, und ging doch hin. Ist das wahr, daß Du mich 8 oder 14 Tage wenigstens nicht sehen willst? Denke daran, daß ich ja nur nach Dir ganz verlange und stark sein werde - wenn Du nicht vor mir wegläufst.
Ich liebe Dich doch so sehr. Ich bin ja Dein - aber geh auf mich los, komm mir entgegen, fest, fest ganz fest. Nicht immer dieses wahnsinnige Fortlaufen. Dann tu ich schreckliches - aber nicht aus Gemeinheit.
Ich will doch bei Dir zuhause sein - ich war doch nur über alles so verzweifelt, Du brauchtest mich nur mehr ganz lieb zu haben und da läufst Du weg, hinter Deinen Bruder. Ich habe schon oft aus Sehnsucht nach Dir gebrüllt - und dann hast Du mich nicht genommen. Wie soll ich Heimat fühlen - wenn ichs möchte und Du fort bist. Hanna Hanna komm doch
zu mir!
Ich bin Donnerstag wieder hier - komm doch Süße, komm doch -
ich habe beschlossen, schon morgen wiederzukommen, erstens gibts draußen
nichts zu essen, zweitens halt ich’s doch nicht aus mit den 4 Kindern Baaders und in einem dummen Gasthof schlafen. Aber ich verspreche Dir ganz fest, daß ich Dich in Ruhe lasse und nicht stören werde.
Aber ich wünsche so sehr, daß Du freiwillig kommst
nimm mich doch fest an Dein Herz
ich will ja ganz stille sein
Liebste
schreibe mir ein Wort zum Trost
wenn Du’s kannst
hast Du die beiden Rosen gefunden? an der Tür gestern
Meine Meine -
ich darf ja nicht sagen: tu mir nicht so weh - ich habe Dir ja auch weh getan“.