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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Date08.04.1918
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 716/79
  • Other NumberBG-HHE I 10.15
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
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8. April 1918
Du sollst nicht glauben müssen, daß ich ewig blind bleibe. Ich habe nochmals Deine letzten Briefe gelesen und verstehe jetzt, daß ich automatisch mit Forderungen an Dich herangetreten bin, die zu stellen ich nicht hätte wagen dürfen,wenn ich nicht ganz verblendet war. Dies muß ich aber jetzt annehmen. Ich habe nicht im entscheidenden Moment auf Dich geachtet, vielleicht aus Nervenerschöpfung, wohl aber hauptsächlich aus einer Überschätzung meines »Besserseins« heraus, die ich Dir allein vorwerfen zu dürfen glaubte. Ich begreife jetzt mein Unrecht.
Ich will Dir nichts tun. Du kannst mich ablehnen, aber vorher wollte ich Dir noch das Bewußtsein Deiner Aufrichtigkeit geben, und meiner Schuld an den letzten Zusammenbrüchen mein falscher, theoretischer Glaube an Deinen Haß gegen mich.
R.
Und deshalb sollst Du nicht fürchten brauchen, daß ich Dich verfolgen werde. Meine Schuld zwingt mich, Dich zu schonen.“