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Brief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Hannah Höch. Berlin
  • Datierung26.04.1918
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 717/79
  • Andere NummerBG-HHE I 10.29
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
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„26. April 18.
Liebste
ich erhielt soeben Deinen Brief - inzwischen hast Du hoffentlich meinen erhalten, den ich vor 2 Tagen Danilo für Dich gab. Du wirst daraus sehen, daß ich selbst ohne Phrase erkannt habe, was Du mir vorwirfst. Ja, ich war in Proteststellung gegen Dich. Aber Du darfst mich jetzt nicht verlassen. Sei nicht hart: zu Dir gehöre ich - ich leide und schäme mich furchtbar. Wenn Du mir jetzt ein Wort der Hoffnung geben willst - glauben könntest - aus Deiner bisherigen Liebe heraus - daß ich doch noch der Vater Deines Kindes werden darf - dann telegraphiere mir ein einziges Wort. Ich warte bis Mittwoch. Habe ich dann keine Antwort - dann erschieße ich mich. Dann darf ich nicht mehr leben. Hab’ mich noch einmal lieb -
Ich will ja lernen von Dir -
R
Hätten wir um Gottes Willen mehr einander gestanden - ich darf Dir aber sagen, Liebste, daß du zu schüchtern warst - hättest Du mir einmal weniger Liebe gezeigt, wärst Du härter gewesen - ich weiß ja nicht mehr was ich schreibe - glaube mir - ich bin doch besser als Du denkst - glaube noch einmal an mich - ich sage das aus Todesangst - Liebste vergib mir doch
R.
Ich hätte weniger theoretisch stolz mein »Wissen« hervorkehren dürfen ich flehe Dich auf Knieen an - vergib mir!“