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Brief von Johannes Baader an Hannah Höch. Berlin-Steglitz
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Johannes Baader (1875 - 1955)

  • TitleBrief von Johannes Baader an Hannah Höch. Berlin-SteglitzBriefkopf: Der Oberdada
  • Date21.05.1920
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Briefkopf
  • InscriptionNotiz am unteren Rand von Hannah Höch: "Baader an mich"
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 78/79
  • Other NumberBG-HHE I 13.19
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description

„7 Uhr 35
21. Mai B.[1] Feldstr. 4
Beifolgend die versprochene Nummer des Sozialist.[2] Es schien mir notwendig, ein ganz objektives Bild der Lage zu gewinnen. Darum nahm ich das Recht des Arztes für mich in Anspruch: Dir nicht zu sagen, daß mich Raoul um 5 Uhr 30 beim Fortgang von Elfriede auf der Treppe traf, und mir seine Begegnung mit Dir schilderte. Von Elfriedens Absicht, zu kommen, wußte ich nichts. Und Raoul wußte nichts von meinem Weg durch die Büsingstraße. Ich wählte ihn, weil es der nächste war zu Erna Hähne[3], die mich um 6 erwartete. Da ich sie um 7 Uhr nicht mehr zu Hause fand, ging ich durch die Mommsenstraße zurück nach der Feldstraße. Gesehen habe ich in der Zwischenzeit niemand. Raoul ist wahnsinnig vor Leidenschaft nach Dir. Raten kann ich Euch nichts. Ihr müßt beide selbst wissen, was Ihr zu tun habt.
B.“

[1] 21. Mai 1920 nach Baaders Zeitrechnung.
[2] Der Sozialist: unabhängige sozialdemokratische Wochenschrift / Hg. Rudolf Breitscheid. Stuttgart, Berlin. Erschien von 1918 bis September 1922. [3] Erna Hähne (1896-1977), Baaders spätere Verlobte.