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Brief Raoul Hausmann an Adolf Knoblauch, Berlin-Steglitz
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief Raoul Hausmann an Adolf Knoblauch, Berlin-Steglitz
  • Date10.1915
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount2 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 4103/79
  • Other NumberBG-HHE I 6.40
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

"im Oktober 1915.
Sehr geehrter Herr
lieber Herr Knoblauch
mit Freude las ich Ihren Brief an Dr. Döblin im Sturm" [1], Sie haben sehr recht, das meiste, was über die neue Malerei gesagt wird - ist unrichtig, leblos. Wird es bleiben, so lange das Erkennen darüber nicht wesentlich und zu innerst ein Erkennen des tief Gegensätzlichen in der Kunst (und im Leben) wird, der »polaren Differenziertheit«, aber auch ihrer geheimnisvollen Ursprungsstelle und Rückbindung in Gott-Person-Subject.
- In mir spricht oft eine Stimme lasset uns nicht das gemeinsame Werk
beflecken
- ich wache streng über der Reinheit meiner Bemühung, ob auch Niemand um
diese Bemühung weiß. Ich möchte Sie bitten, mich zu besuchen, mir ist eine
starke Formwelt gegeben, sehen Sie meine Bilder; lassen Sie sich nicht dadurch abhalten, daß Ihnen vielleicht einmal an's Ohr schlug, ich sei ein lächerlicher Esel
- Ich sage Ihnen auch, daß ich noch kein Vollendeter bin, wie Mare, meine
Kunst und ich sind noch jünger.
Schreiben Sie mir, ich hoffe, Sie zu sehen!
Raoul Hausmann
Berlin-Steglitz, Mommsenstr 54 a."

[1] Vgl. Der Sturm. 6. 1915, 13/14, Sp. 81-82. Knoblauch schrieb: »[ ... ] Schwere, wortlose Inbrunst, religiöse Dankbarkeit führten mich hin zur großen Stilkunst unserer Tage, mit Verehrung beugte ich mich vor Franz Mare, an dem großen Ausländer wurde ich sicher und heil in meiner preußischen heimatlichen Art [ ... ] Der Streit der Kritiker, der mit wissenschaftlichen Waffen geführt werden muß, sterilisiert das Herz und stumpft den Geist zur dünnen Abstraktion [ ...]«.