Results:  1

Brief von Elfriede Hausmann-Schaeffer und Raoul Hausmann an Johannes Baader und Erna Hähne. Berlin
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Elfriede Hausmann-Schaeffer und Raoul Hausmann an Johannes Baader und Erna Hähne. Berlin
  • Date04.11.1920
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 4076/79
  • Other NumberBG-HHE I 13.61
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description

Diesen Brief legte Johannes Baader dem Brief, den er am 6.11. 1920 an Hannah Höch nach Rom schickte, bei.
Auf der Rückseite: Johannes Baader/Erna Hähne an Elfriede Hausmann- Schaeffer / Raoul Hausmann. Abschriften von Johannes Baader.
[Elfriede Hausmann-Schaeffer/Raoul Hausmann an Johannes Baader:] „Johannes Baader
wir trafen mit dir und Erna Hähne Montag den 1ten November 1920 zufällig zusammen. Wir sagten Dir, daß wir für immer Deine Feinde bleiben müßten. Durch einen weiteren Zufall hattest Du gerade eine Karte von Hannah Höch bei Dir, und so kam die Rede auch auf sie. R. H. betonte nochmals, daß er ihr nur Vorwürfe betreffs äußerer Dinge zu machen hätte, innere garnicht, und es wurde in Eurer Gegenwart von Dingen gesprochen, über die wir später noch lange nachgedacht haben. Da Du einmal in unseren persönlichen Beziehungen sowie in unseren Beziehungen zu H. H. eine gewisse Rolle spieltest, so sehen wir uns veranlaßt, Dir diesen Brief zu schreiben, um noch existierende falsche Einstellungen Deinerseits zu vernichten. Wir bitten Dich, Hannah H. von diesem Brief Kenntnis zu geben. Zunächst ist zu sagen, daß wir beide zu der klaren Einsicht gelangt sind, daß H. H. mit der größten Sicherheit ihren Instinkten gefolgt ist, die richtig waren. Wir verstehen heute beide, daß sie am 16. Mai 1916 und am 18. Januar 1918 nicht anders handeln konnte, als sie gehandelt hat. Weiter giebt R.H. ihr vollkommen recht, wenn sie ihm Vergewaltigung vorwarf. Wir beide geben ihr in allen Handlungen aus denen ihre Weiblichkeit sprach, nur recht. Der einzige Punkt innerer Art, in dem wir ihr Unrecht geben, betrifft ihre Ver- trauenslosigkeit. Sie mußte R. H. so genau kennen, daß sie durch alles vorgefallene Böse hindurch seine wahren Beweggründe sah, warum er zu E. S. immer noch hielt und hält.“
[...] [Elfriede Hausmann-Schaeffer führt aus, warum es zwischen ihr und Hannah Höch nicht zu einer offenen Beziehung kommen konnte, und warum Raoul Hausmann immer wieder, trotz andersartiger Versprechungen, zu ihr zurückgekehrt sei.]

[Johannes Baader/Erna Hähne an Raoul Hausmann/Elfriede Hausmann-Schaeffer (Abschrift von Johannes Baader):]
„. .. alles verstanden wie immer, es ist schwierig zu antworten, da ich den Fall
nicht neu finde der Brief sagt Hannah und Erna und mir nichts Neues wenn ich ihn nach Rom sende, aber ich sende ihn etc. Gruß den Schreibern//
(gez.) Hähne
(gez.) Baader
Im übrigen begreife ich gar nichts, als daß ihr auf dem besten Weg seid
F Perisadisten F
zu werden, wenn ihr es nicht schon seid. Auskunft über das Wort F wird nicht gegeben.

Bl.6,7001
(Der Oberdada mit roter Wellenlinie unter den Füßen)/Du müßtest tatsächlich eine zeitlang die Psychologie der Pathologen an Ort und Stelle (im Irrenhaus) studieren um frei zu werden von Deiner Pathologie

Bl.6, 7352
Ali Babas Bruder hat auch das Wort »Sesam« vergessen, so wurde er geschlachtet. In der Ali-Baba-Diele (Nov. A) Vergiß Du niemals das Wort ... warum hängst Du dich immer ans Golgatha? Ich verstehe Deine Komplexverschleierungen nur dadaistisch [Kreuz]
B1.6, 7533“.

[1] Entspricht nach Baaders Zeitrechnung dem 6.11.1920. 7.00 Uhr.
[2] dito, 7.35 Uhr.
[3] dito, 7.53 Uhr.