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Brief von Otto Freundlich an Raoul Hausmann. Naumburg
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Otto Freundlich (1878 - 1943)

  • TitelBrief von Otto Freundlich an Raoul Hausmann. Naumburg
  • Datierung[Anfang Oktober 1922]
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang3 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 4093/79
  • Andere NummerBG-HHE II 22.34
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

"Naumburg. Sonnabend
Lieber Hausmann -
es genügt mir nicht mehr, mich kritisch gegen einzelne Typen der Gesellschaft zu wenden. Und ich bereite mich bereits vor die Angelegenheit sozialer und individueller Umgestaltung auf eine andere als die lokal-bedingte zu stellen. Mich mit dem römischen oder einem anderen formulierten Recht auseinanderzusetzen, fühle ich keine Veranlassung, weil ich eine andere Bastille sprengen möchte u. dazu mich vorbereite. Ich komme schon Sonntag zurück u. wir werden uns bald sehen. Meine geistige Initiative zum Leben entscheidet sich aus mir selbst und so trifft der Zeitpunkt in dem ich selbst auch dafür bin selten mit dem eines anderen zusammen.
Friedrich hätte mir auch schreiben können. Ich liebe es nicht, über mich entscheiden zu lassen. Aber am 11. werde ich in der Petersburgerstr. sprechen. [1]
Über Theater Dinge mündlich mehr.
Dieser etwas kratzbürstige Brief soll Sie nicht abschrecken. Man hat eben seine Stimmungen und Konstellationen, weiche oder harte Kratzbürste zu sein. Doch der Mensch bleibt es mehr oder weniger.
Und schlechtes Deutsch gehört auch zur Erquickung der menschlichen Seele. Au revoir.
Herzliche Grüße Ihr
Freundlich"

[1] Vortrag in Zusammenhang mit der Internationalen Ausstellung revolutionärer Künstler, die in Berlin, Petersburgerstraße 39, in den Räumen der Arbeiter-Kunst-Ausstellung am 22. Oktober 1922 eröffnet wurde.