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Brief mit Zeichnung von George Grosz an Raoul Hausmann. [o. O.]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • George Grosz (1893 - 1959)

  • TitleBrief mit Zeichnung von George Grosz an Raoul Hausmann. [o. O.]
  • Date14.12.1921
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 4121/79
  • Other NumberBG-HHE II 21.48
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description

"14.12.21
Lieber Raule!
Der Plan einer Zeitschrift besteht. Wenn eine Filmsache [1] in der ich stecke ERFOLG hat, dann habe ich Geld vorerst für eine Number. Ich dachte nicht Dich (DICH, alte Lokomotive!) auszuschalten, nur bin ich anders veranlagt als DU, ich verteile die Rosinen gern erst dann, wenn'ch sie habe. Ich erzählte Griebel Otto [2] nur davon so nebenbei - also keineswegs schon fertich und endgültig. Ich dachte mir ein 2 Seiten, [Einfügung:] mußt bedenken mit Clichees und Druckkosten sind ungeheuer - ohne Malik Verlag natürlich! [3] aber scharf gegen alles (Du verstehst mich schon, (natürlich kein bürgerlich Mehringscher über alles stehen[der] Standpunkt, wie es dieses Schwein in seinen new Couplets vertritt.) Mittwoch können wir mal drüber sprechen. Leo Rein [4] ist eine Scheißekopf! Schwitters aber auch. Das Du mit Baadern wieder traute Gemeinschaft hast, ist schade, Du bist eben unverbesserlich, kaum dreht man Dir den Rücken schreist Du «Arschloch»
Gruß Dein Beff
Mitarbeiter dacht ich
DICH, Muti [5], Schlichter [6] und Griebell, Otto; eventuell hast Du noch andere an der Hand"/

[1] Es könnte sich hierbei um die zusammen mit John Heartfield 1921 gemachten Trickzeichnungen für die Colonna-Film in Berlin, Blücherstraße 13, handeln, die laut Kino-Adressbuch 1922-23 Lehr-, Schul- und Jugendfilme sowie Märchenfilme herstellte.
Für diesen Hinweis danken die Verf. Herrn Jeanpaul Goergen, Berlin.
[2] Otto Griebel (1895-1972), Maler und Zeichner.
[3] Gemeint ist der Kunstkritiker Leo Rein, der in der Beilage der Berliner Börsenzeitung, Sonntag, 27.11.1921 (Nr. 547), eine Grabrede auf Dada gehalten hatte.
[4] d. i. John Heartfield (Helmut Herzfeld)
[5] Rudolf Schlichter