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Brief von Nelly (Pétro) van Doesburg an Hannah Höch. Paris
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Nelly van Doesburg (1899 - 1975)

  • TitleBrief von Nelly (Pétro) van Doesburg an Hannah Höch. ParisBriefkopf: "NB DE STIJL [...]"
  • Date29.05.1924
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 129/79
  • Other NumberBG-HHE II 24.6
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

"Paris, den 29. Mai 1924 /Liebe Hännchen Höch / Es wundert uns sehr, daß wir noch gar nichts von Ihnen gehört haben! Wieso?? Wir möchten sehr gerne wissen ob sie bei Wasmuth war und wie sie versprach möchten wir auch gerne die Stijl Hefte bekommen. [1] Bitte geben Sie uns da umgehend Bescheid über.
Wie geht es Ihnen? und wan kommen Sie wieder hier??? / Es ist schade, daß Sie Tzara's Stück [2] nicht gesehen habe. Es ist wirklich fabelhaft! und hat hier auch viel Erfolg, man gibt es noch eine Woche länger. Wir haben es schon 2x gesehen, und gehn morgen noch'mal. Man bekämpft es natürlich auch sehr, überhaupt unter die Dada's. Z. B. gestern sprachen wir Picabia die es nichts findet. Picabia hat wieder 391 ausgegeben gegen das «Superrealismus». [3] Wir bekommen 20 Exemplare und werden Ihnen eins schicken. Samstag fahren wir für einen Monat nach «Belle Isle» wegen Does' Heufieber. Sie können uns aber immer nach hier schreiben weil ein Freund von uns hier wohnen wird und uns alles sofort nachschickt. / Hierbei schicke ich Ihnen die zwei Photo's. Hübsch, oder?
Wann kommt Merz hier? / Bitte liebe Hännchen Höch seien Sie eine nette Person u. schreibe antworte uns sofort. /
Mit sehr viele Grüße von Doeschen u. mir / herzlichst / Pétro van Doesburg / Av. Schneider 64 atelier / Clamart." /


[1] Über den Verlag Wasmuth wurden die De Stijl-Hefte in Deutschland vertrieben. Da es aber offenbar Schwierigkeiten bei der Verwaltung der Abonnentenzahlungen gab, übernahm im September 1925 Kurt Schwitters den Vertrieb der Zeitschrift in Deutschland. Im Auftrag von Theo van Doesburg besuchte Hannah Höch den Verleger Wasmuth. Der schickte ihr daraufhin 120 De Stijl-Hefte zu, die sie an die van Doesburgs weiterleitete.
[2] Im Rahmen der von Etienne de Beaumont organisierten Soirées de Paris fand am 17. Mai 1924 die erste Aufführung von Tristan Tzaras Mouchoir de nuages, einer Tragödie in 15 Akten, im Théâtre La Cigale in Paris statt.
[3] 391 / Francis Picabia (édit.). Paris. - Mai 1924, No. 16 [Superréalisme]; s. BG-HHE II 21.21, Anm. 5