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Brief von Nell von Ebneth an Hannah Höch [und Til Brugman]. [o. O.]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Nell von Ebneth

  • TitleBrief von Nell von Ebneth an Hannah Höch [und Til Brugman]. [o. O.]
  • Date[1934]
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 134/79
  • Other NumberBG-HHE II 34.28
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

"Sonntagabend.
Meine liebe Hannah u Til.
Seit ich von Euch fort bin ist jetzt erst die erste ruhige Stunde für mich gekommen in der ich nun an Euch schreiben möchte. Die Reise war sehr gut wohl schrecklich voll an der Grenze verlief alles glatt. Tutu holte mich mit Muckl ab und somit kam ich nicht mit all zu verlaßenem Gefühl in die kalte dunkle Wohnung. Hier fand ich alles gut vor sogar haben sich 3 neue Schüler angemeldet für Gymnastik und habe ich im Zug ebenfalls eine neue Schülerin geangelt die sogar schon am Mittwoch anfängt - bin neugierig ob sie kommt - Was der künftige Geldverdienst betrifft sieht es wirklich sehr gut aus. Auch haben wir mit dem Orchester diesen Monat noch 6 Konzerte und bis Mai noch 20. Nur schrecklich viel zu tun. Mein Stundenplan für die nächsten Wochen sieht beängstigend aus, so daß ich von morgens 9 bis 1/2 11 abends ununterbrochen beschäftigt bin. Bin richtig froh daß ich mich bei Euch so tüchtig angefreßen habe denn davon kann ich noch zehren da ich doch keine Zeit zum eßen habe, höchstens Pap mit de feesch af Croquetje mit de Automaat. Meine Lieben ich denke so viel an Euch und hoffe so von Herzen daß ihr es wieder schön miteinander haben werdet daß sich die Liebe für einander wieder ohne Rückhalt entfalten kann und jede Rührung die aus Liebe für den ander entsteht auch mit Liebe entgegen genommen wird. Der Gebende soll nehmend werden und der Nehmende soll gebend werden, dann erst wenn er beides innerlich «erlebt» hat kann erst die wachsende und bleibende Größe eines Zusammenlebens zweier Menschen sich gestalten und entfalten. Seit beide davon überzeugt daß durch manche Disharmonie mein Aufenthalt bei Euch nicht weniger schön und wichtig war, vielleicht kann ich von hier aus mehr für Euch tun als durch meine Gegenwart. Ich möchte es könnte wahr werden, danke Euch für all Eure Herzlichkeit, werde nächsten Sonntag wieder schreiben.//
Küße in alter Liebe und Freundschaft//
Nel.//
von Lajos sehr schlechte Nachricht - der rechte Arm ist nun auch gelähmt. Fernerhin ist die Stimmung viel besser und zuversichtlicher.