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Brief von Arthur Segal an Hannah Höch. Berlin
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Arthur Segal (1875 - 1944)

  • TitelBrief von Arthur Segal an Hannah Höch. Berlin
  • Datierung30.08.1925
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 533/79
  • Andere NummerBG-HHE II 25.22
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

Stempel: "Arthur Segal / Charlottenburg 5 / Dernburgstr. 25".

"30 August 25.
Liebes Nacha Hähnchen
Du musst nicht glauben wir haben deiner vergessen und haben dich nicht lieb - weil wir nichts von uns haben hören lassen. Sei versichert dass wir dich gerne haben wie immer. Aber es ist uns so deprimiert zu Mute - Die materiellen Sorgen drücken so sehr dass wir uns kaum überwinden können mit Menschen zusammen zu sein -
Wir sind auch fast nicht mit unseren Freunden zusammen gewesen. Ich möchte mich am liebsten verkriechen. Es ist nicht nötig viel Worte zu machen. Du kannst dir eine solche innere Müdigkeit schon vorstellen. Man ist dann egoistisch denkt in der Hauptsache an sich und grübelt und schaut trübe in die Welt. Und wenn ich denke dass morgen Abend der «Jour» ist und dass viele Menschen kommen werden und dass ich ein frohes Gesicht machen muss, und mit jedem Einzelnen ein anderes Wort sprechen muss, so bin ich jetzt schon müde, und habe Angst davor - Und wenn ich denke dass ein Verkauf für einige 100 Mark mir ein anderes Gesicht geben könnte, dann werde ich noch trauriger - über mich selbst - Der einzige Trost ist mir meine Arbeit zu der ich mich flüchte genau wissend dass sie mir nicht Geld geben kann - Sie ist mir wie Morphium gegen Schmerzen. Dass ich in diesem Monat gearbeitet habe ist dadurch erklärlich - und so müsste man mich immer in Not lassen wenn ich arbeiten soll.
Aber genug davon liebes Hähnchen - ich wollte nur sagen dass du nicht glauben sollst wir haben dich vergessen, und dass du nicht uns böse sein sollst.
Aber pass auf bald werde ich anders sein - die ganze Welt wird mir Gold bringen und mich wird nicht mehr das Gefühl meiner Untauglichkeit den Meinigen und mir selbst Brot zu geben, peinigen.
Willst du morgen mein trauriges Gesicht sehen dann komm - Vielleicht wird es froher wenn ich dich sehe -
Herzlichste Grüsse von uns allen
Dein Arnold Galés [1]"

[1] d. i. Arthur Segal.