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Fotomontage. Ausstellung im Kunstgewerbemuseum [o. O.]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Unbekannt

  • TitelFotomontage. Ausstellung im Kunstgewerbemuseum [o. O.]Zeitungsausschnitt [Quelle unbekannt]. Rezension zur Ausstellung Fotomontage im Lichthof des ehemaligen Kunstgewerbemuseums, Prinz-Albrecht-Straße 7, 25, April bis 31. Mai 1931.
  • Datierung04.1931
  • GattungDruckerzeugnis
  • SystematikZeitungsausschnitt
  • MaterialPapier, gedruckt
  • BeschriftungHandschriftliche Hervorhebung von Hannah Höch.
  • Umfang1
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC K 1317/79
  • Andere NummerBG-HHE II 31.41
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Zugehörige Objekte

"Fotomontage.
Ausstellung in der Staatlichen Kunstbibliothek.
Die Dadaisten waren mit ihren kuriosen Klebekünsten gewissermaßen die Vorläufer der Fotomontage, die mit ihren ungeahnten Kompositionsmöglichkeiten durch Aneinanderfügung ausgeschnittener Teile von Photographien der Reklame ganz neue Wege wies, indem sie ein neues Teilgebiet der Gebrauchsgraphik wurde. Die Staatliche Kunstbibliothek veranstaltet jetzt im Lichthof des ehemaligen Kunstgewerbemuseums in der Prinz-Albrecht-Straße von dieser neuen Bildkunst eine Ausstellung, die auch sehr breit die politische Fotomontage berücksichtigt, wie sie als Agitationsmittel benutzt wird. Die Kojen des «Bundes revolutionärer bildender Künstler Deutschlands» und der Künstler der «Sowjetabteilung» wirken, wenn das auch nicht beabsichtigt ist, direkt aufreizend. Schließlich haben wir es doch nicht nötig, die Propaganda der UdSSR. noch zu unterstützen, indem wir ihr in einem staatlichen Raum Wände zur Verfügung stellen.
Daß alles schon dagewesen ist, zeigen Leihgaben aus der Sammlung Stenger. Schon im achtzehnten Jahrhundert hat man ähnliche Klebekünste geübt, und das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe hat allerlei vorausahnende Photos mit aufgeklebten Köpfen geliehen. Der Oberdada Baader fehlt natürlich ebensowenig wie Raoul Hausmann und Kurt Schwitters. Freie Montagen von Hanna Höch und anderen Künstlern zeigen dann die phantastischen, aber auch oft geschmacklosen Möglichkeiten der Anfänge dieser Kunstübung. Moholy-Nagy vom Bauhaus führt dann die praktische Anwendung für die Reklame vor. Herbert Bayer ist besonders erfolgreich auf diesem Gebiet, wofür die «Sport im Bild»-Montage zeugt. Als Führer gilt César Domela-Nieuwenhaus, der mit einer riesigen Fotomontage als Werbung für die Berliner Museen die Mittelwand füllt. Es wäre besser gewesen, noch mehr Beispiele zu geben, wie die Fotomontage vom Buchumschlag bis zum Plakat, vom Inserat bis zur Werbebroschüre wirksames Propagandamittel wurde, statt noch ihre Bedeutung für einseitige politische Agitation vorzuführen.
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