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Hannah Höch. De Bron [Het Vaderland, 's-Gravenhage]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Just Havelaar (1880 - 1930)

  • TitleHannah Höch. De Bron [Het Vaderland, 's-Gravenhage]Rezension der Ausstellung von Hannah Höch in der Galerie De Bron, Den Haag, 11. Mai - 7. Juni 1929
  • Date17.05.1929
  • CategoryDruckerzeugnis
  • ClassificationZeitungsausschnitt
  • MaterialPapier, gedruckt
  • InscriptionHandschriftliche Anmerkung: "Vaderland 17/5 29".
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Other NumberBG-HHE II 29.41
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
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Übersetzung aus dem Holländischen:
"Hannah Höch
De Bron
Wenn man die Dinge anders malt als man sie sieht, hat man damit nicht gleich den Anschein von Genialität erweckt. Auch ist eine Spielerei nicht identisch mit schöpferischer Vorstellungskraft.
Ich finde in diesen Arbeiten von Hannah Höch viel modische Unnatur, viel verstandesmäßige Mutwilligkeit. Eine große Darstellung, die Die Braut heißt, zeigt eine beinahe photographisch genaue Abbildung eines dandyhaften Mannes und eine groteske Interpretation eines jungen Mädchens mit einem enorm großen Puppenkopf. Ein anderes [Bild], das Der Weg heißt, zeigt: ein gewundenes Band, auf dem ein Kaktus, ein nacktes Madamchen mit einem aufgeschwollenen Bauch, eine Narzisse, ein blauer Mann mit einem Wasserkopf und einem Gewicht am nackten Bein patrouillieren, viele Plüschtiere, ein Begräbnis und vielerlei Wunderlichkeiten mehr. Für mich geht bei all dem der tiefere Sinn und das Geistreiche verloren.
Die Darstellung, die Proma [Roma] heißt, kommt meiner Überzeugung nach nicht über ein intellektuelles Gedankenspiel hinaus.
Man denkt manchmal an Witzeleien in ausländischen Magazinen. Eine Darstellung, die Journalisten heißt, verdient als journalistische Karikatur einige Beachtung [wörtl.: erwirbt Verdienste]. Ein Stilleben dagegen [, auf dem] ein kleiner runder Tisch mit einem Löffel darauf [zu sehen ist und] eine Tasse mit Untertasse irgendwo darüber im Raum schwebt, hat m. E. in keinster Weise Beachtung verdient.
Es gibt einige Darstellungen, abstrakte Bilder, die durch die Farbe, durch die klare Farbe und Formen und durch die Atmosphäre, die sich darin ausdrückt, eine gewisse Suggestivkraft ausüben, obwohl es mir nicht möglich ist, die Suggestion näher zu beschreiben. Am wichtigsten erscheint mir Die Treppe: Im Vordergrund ein schwarzes Christusbildchen mit einer großen, farbigen, gespaltenen Maske. Dahinter eine Art Blumenmotiv und eine dunklere Treppe, auf deren Stufen man einen Globus sieht, ein Glas mit amerikanischen Wolkenkratzern darin, ein nacktes Baby ...
Aus bunten Papierschnipseln vermag Hannah Höch den Eindruck von geschickten und spontan gemalten Farbimpressionen zu erwecken. Mit Farbe und Pinsel wäre das gleiche Resultat einfacher zu erzielen gewesen. In schnell hingeworfenem Gekritzel suggeriert sie manchmal raffinierte Geist- und Spukereien [Wortspiel: geestigheden en spokigheden] in der Manier Kubins.
Der Gesamteindruck der Ausstellung ist ziemlich «dada» und als solches erscheint mir das Werk als ein überwundener/siegreicher [im Holländischen doppeldeutig] Standpunkt.
Just Havelaar"