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Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung in Sowjet-Rußland. Moskau
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Hannah Höch (1889 - 1978)

  • TitleErste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung in Sowjet-Rußland. Moskau
  • Date1924
  • CategoryDokumente
  • ClassificationDokument
  • MaterialPapier, gedruckt, handschriftliche Einsetzungen
  • Amount1
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC H 1768/79
  • Other NumberBG-HHE II 24.30
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
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Anmeldung der in der Ausstellung vertretenen Werke Hannah Höchs: "Er und sein Milieux", Aquarell, (angegebener Verkaufspreis: 15 engl. Pfund) sowie "Die Mücke ist tot", Öl, (angegebener Verkaufspreis: 25 engl. Pfund).

[1] Die Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung in Sowjet-Rußland wurde in den Räumen des Historischen Museums am Roten Platz am 18.10.1924 mit einer Rede des Volkskommissars für Bildungswesen, Anatoli W. Lunatscharski, eröffnet. Als Resonanz auf die 1922 in der Berliner Galerie van Diemen gezeigte Erste Russische Kunstausstellung war die Ausstellung im März 1924 auf einem Künstlerkongreß in Weimar initiiert und von der Künstlerhilfe der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) unter Führung von Otto Nagel und Eric Johansson organisiert worden. Ziel der Ausstellung war es, die vielschichtige Kunstsituation Deutschlands nach 1914 vorzustellen. Die 501 Exponate umfassende Schau von Malerei, Plastik und Architektur bot der sowjetischen Öffentlichkeit ein heterogenes Bild der deutschen Kunst, stammten doch die 126 teilnehmenden Künstler aus 13 verschiedenen Künstlervereinigungen: der Berliner Secession, dem Sturm, den Berliner Juryfreien, den Dadaisten, der Novembergruppe, dem Berliner Künstlerbund, der Dresdner Kunstgenossenschaft, der Roten Gruppe, den Arbeiterkünstlern, dem Weimarer Bauhaus sowie dem Deutschen Architektenverband. Hannah Höch nahm als Mitglied der Novembergruppe teil. Die sowjetische Bevölkerung, der die zeitgenössische deutsche bildende Kunst weitgehend unbekannt war, nahm die Ausstellung mit großem Interesse auf. Eric Johansson erinnerte sich: "Der Besuch übertraf weit unsere Erwartungen; von früh bis zum Abend drängten sich Arbeiter, Soldaten, Schüler, Studenten, Gelehrte und Künstler in den Sälen, schauend, diskutierend und oft Aufzeichnungen machend." In Ateliergesprächen wurden persönliche Kontakte zu sowjetischen Künstlern geknüpft, mit denen ein reger intellektueller Austausch stattfand, so daß auch über den Ausstellungsrahmen hinaus die von Lunatscharski in seiner Eröffnungsrede geforderte kulturelle Annäherung der beiden Völker zustande kam..
Trotz der großen Anerkennung, die man der deutschen Kunst entgegenbrachte und trotz des Eingeständnisses Lunatscharskis, daß der deutsche Künstler alle sowjetischen Künstler auf dem Weg "zur bewußten Wahrnehmung der Revolution, zur Schaffung einer revolutionären Kunst überholt" habe, wurde stets betont, daß die russische Kunst, die unter anderen Bedingungen existiere, eigene neue Wege gehen müsse.
In der deutschen Presse rief die Ausstellung eine kontroverse Diskussion hervor. Während Adolf Behne den politischen Stellenwert, den die Organisation der Ausstellung habe, betonte, beklagte insbesondere Paul Ferdinand Schmidt, Leiter der Gemäldegalerie in Dresden, in einer Replik auf Behnes Stellungnahme die mangelnde Qualität der gezeigten Exponate.
Vgl.: Adolf Behne: Deutsche Kunst in Moskau. In: Die Weltbühne - der Schaubühne : Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft / Siegfried Jacobsohn (Hrsg.). Berlin. - 20. Jg., 25. Sept. 1924, Nr. 39, S. 481/482; Paul F. Schmidt: Deutsche Kunst und Künstlerhilfe. In: Die Weltbühne - der Schaubühne : Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft / Siegfried Jacobsohn (Hrsg.). Berlin. - 20. Jg., 16. Okt. 1924, Nr. 42, S. 598; Loki: Die Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung in Moskau 1924. In: Sichel und Hammer : illustrierte internationale Arbeiterzeitung. Berlin. - 4. Jg., Dezember 1924, Nr. 2, S. 15; [Übersetzter Auszug einer Rezension aus der "Iswestija" vom 2.11.1924 von Jakow Tugendhold]: Die deutsche Kunstausstellung in Moskau. In: Das Neue Rußland / Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands in Deutschland (Hrsg.). - 1. Jg., 1924, Nr. 7/8, S. 41/42; Helen Adkins: Schafft neue Ausdrucksformen! Deutsche politische Kunst der zwanziger Jahre - Vorbild für die UdSSR. In: Berlin-Moskau - Moskau-Berlin 1900-1950 / Irina Antonowa; Jörn Merkert (Hrsg.). München; New York, 1995. - S. 233-237; Sinaida Pyschnowskaja: Deutsche Kunstausstellungen und ihre Organisatoren. In: Berlin-Moskau - Moskau-Berlin 1900-1950, a. a. O., S. 187-191, hier S. 187 f.
Für die Hinweise zur Ausstellung danken die Verf. Frau Helen Adkins, Berlin.
[2] Im Ausstellungskatalog, der nur in russischer Sprache gedruckt wurde, ist unter der Kat.-Nr. 86 Hannah Höchs Werk Er und sein Milieu und unter der Kat.-Nr. 87 das Werk Komposition [Die Mücke ist tot] verzeichnet.