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Brief von Raoul Hausmann an Elfriede Schaeffer. [Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Elfriede Schaeffer. [Berlin]
  • Datierung17.08.1905
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang1 Blatt, 1 Umschlag
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 31
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

"17.VIII.05
Liebste Freundin,
Wenn der Mensch voll des
Lebens ist, freut er sich, und ich
bin so froh, daß Sie kommen -
Und ich sende Ihnen viele Grüße,
warm u blühend aus dem
frischen Wald, dem Wald, der
uns Beide kennt. Ihr
RH"

[1] 1905 lernte der Achtzehn- oder Neunzehnjährige die Geigerin Elfriede Schaeffer (1876 Landsberg/Warthe - 1952 Berlin), Tochter eines Buchhändlers, kennen. Noch im selben Jahr zog er in ihre Wohnung in Berlin-Friedenau, Handjerystraße 14. Am 21. Januar 1907 wurde ihre gemeinsame Tochter Vera geboren, am 25. Januar 1908 heirateten die beiden im Standesamt Friedenau. In der Heiratsurkunde ist als gemeinsame Wohnung Berlin-Steglitz, Mommsenstraße 54a (heute Markelstraße 54a), angegeben, in der Elfriede und Vera Hausmann ihr Leben lang blieben. Während Hausmann in den von Arthur Lewin-Funcke geleiteten Studien-Ateliers für Malerei und Plastik Anatomie und Aktzeichnen übte (vgl. Abb. S. 33) und mit graphischen Entwürfen für Bucheinbände (vgl. Abb.S. 34 und 35) kaum etwas verdiente, ernährte seine Frau die kleine Familie durch Geigenunterricht (vgl. BG-HHE I, 6.25, S.128; 6.30, S. 134). Im RHA ist nur wenig erhellendes biographisches Material zu Elfriede Hausmann-Schaeffer erhalten. Sie muß für Hausmann jedoch - auch noch nach der Scheidung 1922 und nach seiner Emigration 1933 - von anhaltender Bedeutung gewesen sein. In seinem Roman Hyle I, mit dessen Niederschrift Hausmann Ende 1926 begann, heißt es: »Aber Pythia [Elfriede] war die erste Frau, die ich kennen gelernt habe, und sie hat mich vor dem Erleben, wie es die meisten Männer kennen, gerettet, nämlich, dass sie zu einer Hure gehen, blöde und unmenschliche Formen der Sexualität kennen lernen und so ihren Stolz in der Liebe verlieren. Das werde ich ihr immer danken, das kann ich nicht vergessen.« (S. 198f.)