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Brief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Hannover]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Hannover]
  • Date29.12.1923
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Amount1 Blatt
  • FondsTeilnachlass Raoul Hausmann
  • Inventory NumberBG-RHA 57
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

»Hannover 29.12. 231 Liebe Kinder
die Fahrt verlief sehr tüchtig in der II Classe (ohne Nachzahlen) und im Speisewagen. Suppe, Schinken in Burgunder, Griespudding, Schweizerkäse und Kaffee. Hannover ist ne Stadt, was dadsächlich geene Mächens had, ploss Feste. Zuerst bei Steinitz sang ne Frau President, Schumann, entsetzlich. Dann Lissitzky, war sehr nett. Abends Tivolivorstellung, Otto Reuter und Akrobaten auf Stelzen. Ich habe keine Pianisten sondern Trommel und Flöte, es geht sehr gut. Aber es wird wohl besuchlich ne Pleite, Schwitten macht was er kann; aber Hannover ist eben Hannover. Der kleine Schwitters hat die Masern. Wir schlafen ungeheizt, aber warm zugedeckt. Ich bin das Veilchen, das im Verborgnen blüht,
Ich bin die Rose, die im ganz Weissen glüht
Ich bin dada umdumm dreiz gro ungeiz
Ich bin der Mensch des Sternenleids.
Ätsch.
Fahren werde ich wohl erst am Montag Vorm. aber es ist noch nicht sicher, ob ich nicht Sonntag Nacht fahre. Es kann möglich sein, dass mein Schnupfen hier nicht grade besser wird, es ist hier zwar beinahe Tauwetter, aber in den Zimmern kalt, d.h. ich sitze jetzt im geheizten Zimmer und warte auf Schwitters und rede mit dem kleinen Schwitters Unsinn.«