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Brief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Jershöft]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Jershöft]
  • Datierung02.09.1929
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 59
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
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»2.9.29
Liebe, dass es in Berlin so heiss ist, ist ja schrecklich. Hier ist es immerhin morgens und abends meist, nicht immer, kühl. Jetzt sind wir bald die einzigen Badegäste ausser Schmidt-Rottluffs, und ich finde, dass man das der Landschaft anmerkt. Allerdings, Kampen ist und bleibt schöner. Übrigens kannst Du Dich doch wohl erinnern, dass etwas weiter nach Vitte zu am Strand ein Mann und eine Frau nackt badeten, wir haben die Leute kennen gelernt und sind beinah jeden Tag zweimal mit ihnen zusammen. Er ist gerichtlicher Schriftsachverständiger in Stettin und meine Schrift hat ihn in grosse Bewunderung ihrer Disziplin und Harmonie etc etc gebracht. Wir sind durch sie paarmal ins Strandschlösschen gekommen, wo ich wieder mal Zirkuspferd spielte, was auch mal ganz schön war. Sie reisen morgen ab. - An Henrik habe ich vor einiger Zeit geschrieben, ich wollte allein auf 8 Tage nach Kampen kommen und bei ihnen, natürlich gegen Bezahlung, wohnen. Er hat nicht geantwortet. Bitte schicke ihm das Buch ganz einfach gut verpackt zu. - Wenn Lisa Mittwoch tatsächlich kommt, so frage sie doch, warum sie mir auf meine beiden Briefe nicht geantwortet hat - fand sie die Briefe so blöd, oder was? Oder, Dir gesagt, hat sie etwa die Tatsache „Vera" so vor das eigene Selbstbewusstsein gestossen und kann sie sich daher nicht erklären, was ich von ihr will? - Meinen Dänischen Zeh schein ich mir doch wieder gebrochen zu haben, jedenfalls ist es unbequem damit. Schwimmen kann ich schon viel besser. Wir werden so um den 12. wohl abfahren. Lass es Dir gut gehen, grüsse Vera
Küsse R.
Grüsse von den andern
Fliegen – zum verrücktwerden!«