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Brief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Schlawe (Pommern)]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Schlawe (Pommern)]
  • Datierung30.08.1932
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang1 Blatt, 1 Umschlag
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 73
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

»Liebe
wir werden am 1.X. in Berlin sein. Hier ist es dies Jahr unerfreulich, einesteils fressen einen Wolzonns auf (er kam unlängst mitten in der Nacht, weckte uns und wollte, wir sollten mit ihm Auto fahren) aber auch am Strand hat man keine Ruhe und kommt nicht zum Arbeiten. Ich habe mich Sonnabend den ganzen Tag geärgert, teils störten mich Wertheimers, die heute wieder abgefahren sind, teils Wolzonns. Abends besoff ich mich bei Witt, wohin uns Litten eingeladen hatte und da bekam ich eine Hauerei mit Dorflümmels, jedenfalls hat meine Hose ein schönes Loch. Aber die Herrn Lümmels haben zu Siegfried gesagt, sie hassten mich schon lange wegen meiner 3 Frauen und ausserdem müssten alle Juden verschwinden. Das ist übrigens Dorfmeinung. Als Wertheimers abfuhren, wurde es auch antisemitisch. Na, ich denke, wir waren das letzte Mal in Pommern. Noffke hat uns Schinken mit Maden und Finnen geliefert, sowas gab's früher auch nicht.
Würdest Du uns 1/2 Pfund Watte schicken? von Pech. Und 5 Stück Valet-Rasierklingen, die gibts im K.d.W. Schicke mal eine Zeitung. Gruss Kuss R
von Heta und Vera Grüsse
wann kommt Vera nach Berlin«