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Brief von Raoul Hausmann an Hedwig Mankiewitz. [Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hedwig Mankiewitz. [Berlin]
  • Date[09./10.06.1922]
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Amount1 Blatt
  • FondsTeilnachlass Raoul Hausmann
  • Inventory NumberBG-RHA 284
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

»Freitag-Sonnabend
Mein schönes, liebstes Geliebtes -
ich schreibe Dir noch heute Nacht. Es ist so dumm, dass die Post so bummelig ist und Du Dich beunruhigst. Liebling ich bin totmüde, ich habe getanzt, allerdings nicht ganz first dass, denn meine Muskelschmerzen sind noch zu gross, morgen spreche ich noch mit Prampolini. Nachmittag fahre ich mit Schwitters nach Hannover. Ich werde Dir jeden Tag schreiben, aber ich werde durch diese Reise sicher ein paar Tage nichts von Dir hören. Du, ich möchte Dich ganz nah haben, ich möchte Dich fühlen können - ich liebe Dich sehr. Du wirst für mich sehr viel und sehr gut sein, ich weiss es. Oh und ich will es für Dich sein. Ich werde jetzt schnell schlafen gehen, es ist ein Uhr vorbei und morgen gibt es grosse Hetze - meine unsagbar Schöne, leb wohl, ich küsse dich ganz und gar, überall - ich möchte es tun können, nicht auf diese grosse Entfernung hin. Ich bin ganz ruhig bei Dir. Ich liebe Deine Schönheit, Deine Weichheit, meine Sanfte mit den Händen, die mir Ruhe schenken - gute Nacht. R.
morgen schreib ich Dir mehr. Sonnabend früh
Geliebtes, ich sprach gestern noch mit Segal, er erzählte, dass auch er nach Jershöft gehen wollte, aber man verlange dort 120 pro Person und Tag. Er gab mir aber die Adresse einer Bekannten, die in Prerow ist und die uns ganz sicher etwas besorgen würde, ich habe ihr sofort geschrieben. Wenn Du also meinst, schreibe doch nachhause, dass Du mit Elfriede nach Jershöft oder nach Prerow gehen willst. Eins von beiden oder in der Nähe, wird es wohl doch werden. - Ich wünschte, ich führe statt nach dem verdammten Hannover, dieser Hochburg der Gojim, nach Seeshaupt, zu Dir, Liebe, Schöne! Geliebtes Duli, eben komme ich nach Steglitz um vor der Reise noch zu essen, und da finde ich Deinen Brief an Elfriede, er ist abgestempelt vom 9. das war gestern - meine Briefe scheinen nach meinen Beobachtungen 3 Tage zu gehen. Sag mal, ich hatte heute keinen Brief von Dir, das macht nun wieder mich unruhig - ich möchte Dich fragen, ob es möglich wäre, dass Dein Vater Deine Post zurückhalten lässt? Technisch geht das sehr wohl. Und die Glümersche behauptet, ihn vorgestern, bevor ich nachhaus kam, an unserer Türe gesehen zu haben??? - ! Aber ich glaube es nicht. - Eben sprach ich mit Prampo. Er fährt heute abends nach Rom und spricht mit Marinetti. Das weitere erfahre ich schriftlich. - Nun muss ich essen, packen und fahren. Leb wohl Schöne. Viele viele viele
Küsse R
Du bist so sehr schön.«