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Brief von Raoul Hausmann an Hedwig Mankiewitz. [Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Hedwig Mankiewitz. [Berlin]
  • Datierung08.06.1922
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 285
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

»Meine Allerallerschönste Liebste
jetzt tun mir Deine Briefe wohl. Ich war zuerst etwas traurig, das ist wahr, denn sieh mal, ich wusste ja, dass erst eine Reaktion bei Dir einsetzen würde - aber es machte mich doch traurig. Nimm bitte die beiden letzten Briefe nicht mehr zu ernst, sie sind ja überholt von Deinen lieben drei letzten an mich. Dass die Post so lange geht, ist ekelhaft. Was den Tabak anlangt, so habe ich schon in Düsseldorf bei Seiwert amerikanische Cigaretten für Dich bestellt, die man nur in Cöln erhält und ich sandte Dir gestern ein Päckchen, heute sende ich den Rest royal army, lass Dich nicht von dem Papiersäckchen myrtle cut täuschen, das ist von meinem Pfeifentabak. Im Augenblick habe ich etwas wenig Geld, und muss etwas sparen um am Sonnabend nach Hannover fahren zu können, wo ich einen Tanzabend habe und ausserdem Zeichnungen an v. Garvens verkaufen werde. Falls Mr. Zublin vor dem 13. kommen sollte, telegraphiere an meine hannoversche Adresse, ich fahre dann gleich zurück nach Berlin. Gottseidank Ist Frau v. Gl. der Verkauf der Eggel. Bilder nicht geglückt und ich habe heute doch noch ein Abkommen mit ihr getroffen. Ich denke, dass es mir in der nächsten Zeit doch möglich sein wird, 100 000 zu haben, dann käme ich auf 8 Tage nach Seeshaupt. Ich würde Dir dann telegraphieren.
Oh Du, ich freu mich sehr über Deine Briefe. Ich hoffe, Du bist über meine letzten nicht erschrocken. Mein Entzückendes, lass es Dir nur sehr gut gehen, das wird auch für mich gut sein, wenn ich Dich wiedersehe. Weisst Du, es kommt ja nicht auf die Worte an, die man schreibt, aber man spürt natürlich, ob eine Empfindung gemeinsam oder etwas Singular ist. Das ist nun bei Dir überwunden und das macht mich sehr glücklich, denn nun weisst Du doch sicher, dass ich Dich nicht fressen will, dass ich nicht will, dass Du mein Geschöpf bist oder jemals wirst. - Meine Wunderschöne - Deine Photographie seh ich mir nie an, denn ich weiss viel besser wie Du aussiehst, wenn ich mir diese Kümmerlichkeit nicht vor die Augen halte, ich seh Dich immer in Deinem braunen Kleidel mit dem grünen Hut und dem süssen Kindergesicht - ein bisschen braunrotes Haar war noch unter dem Hut über den Augen zu sehn - weiss Gott, man muss Dich lieb haben! Sei froh, sei ruhig! Ich lieb Dich sehr mein Hei - ich küsse Dich unzählige Male Süsses Dein Ra«