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Brief von Raoul Hausmann an Hanns Fischer. [Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Hanns Fischer. [Berlin]
  • Date26.04.1924
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben, Durchschlag
  • Amount2 Blatt
  • FondsTeilnachlass Raoul Hausmann
  • Inventory NumberBG-RHA 631
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • On DisplayNo
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»Am 26.4.1924
Lieber Herr Fischer!
Heute übersende ich Ihnen in der Anlage die Inhaltsübersicht meines Buches „Das Prinzip der universalen Funktionalität und die Welteislehre". Ich bin mir bewusst, dass dies nur die Arbeit eines Dilettanten sein kann, vom Standpunkt der Wissenschaft aus gesehen - aber auch Goethe war ein Dilettant.
Zu der Inhaltsangabe möchte ich bemerken, dass ich sie so kurz wie möglich zusammengefasst habe, ich könnte zwar ohne weiteres und ohne Schwierigkeit die Zahl der Stichworte verfünfzigfachen und hätte dann immer noch nicht zu viel getan, aber ich glaube, dass Ihnen schon die vorliegende Formulierung genügen wird. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass das Kapitel VI vollkommen fertig vorliegt, ich habe es nämlich schon vor zwei Jahren als Anfangskapitel für eine geplante kosmische Ontographie geschrieben; für die anderen Kapitel habe ich eine sehr grosse Menge von teilweise ziemlich weit ausgearbeitetem Arbeitsmaterial liegen, so dass einzig und allein das Kapitel II von mir ganz neu bearbeitet werden muss. Auch Kapitel III bedarf noch einiger Neuarbeit. Ich bin selbstverständlich gern bereit, mit Ihnen nach jeder Richtung Inhaltsänderungen zu besprechen, zu diesem Zwecke würde ich nach Hildesheim fahren. Im übrigen denke ich aber, dass Sie die Inhaltsübersicht, so wie sie ist, Herrn Voigtländer übersenden können, damit ich mit Herrn Voigtländer eine geschäftliche Vereinbarung treffen kann. Ich schätze das Buch auf 150 bis 180 Seiten (Format Welteisbücherei) und die Dauer der Fertigstellung veranschlage ich bei meiner ruckweisen Art zu arbeiten, auf vier Monate. Ich hoffe, dass das nicht zu spät sein wird, und erbitte umgehende Nachricht darüber, ob Sie im Prinzip mit Obengesagtem einverstanden sind.

Jetzt möchte ich auf Ihren letzten Brief zurückkommen." Sie sprechen darin von Leerlaufarbeit. Wie Sie aus meiner Inhaltsangabe ersehen werden, hat mir die Welteislehre ziemlich viel Leerlaufarbeit dadurch verursacht, dass z.B. das exakte Material, das Sie mir heute als Drucksache zusandten und das allein geeignet ist, der offiziellen Wissenschaft gegenüber an Boden zu gewinnen, bis jetzt meiner Kenntnis entzogen war und, wie ich vermute, auch im Hörbiger'schen Hauptwerk nicht zu finden sein dürfte. Meine Inhaltsangabe wird Sie darüber aufklären, in welcher Weise ich dieses Material zu verwenden gedenke. - Das zweite Kapitel, das die kosmische Eisfrage behandelt, soll in einer etwas spezialisierten Form als Fragebogen (nachdem ich es zuerst Hörbiger zur Begutachtung vorgelegt habe) und unter Berücksichtigung aller offiziell-mathematischen und physikalisch-theoretischen Einwände an Prof. Dr. Erwin Freundlich gesandt werden. Ich glaube, dass dieser Fragebogen ihn schon zum Nachdenken zwingen wird. Zu meinem Kapitel III verwende ich das neuerschienene Werk von v.Lucanus, „Das Rätsel der Vogelzüge", allerdings nur soweit, als es die durch Beringung von Vögeln ermittelten Flugstrassen und Flugzeiten behandelt. Ganz neu wäre in diesem Kapitel das von mir formulierte Gesetz der Mitführungsarbeit aus sich gegenseitig verstärkenden Schwingungskraftfeldern. Die Bemerkung in Ihrem letzten Brief, wonach die Vogelkenner aussagen, dass die Vögel noch atavistisch Abzweigungen ihrer Wanderflüge über Atlantis vornehmen, ist mir bis jetzt unbekannt gewesen und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die diesbezügliche Literatur nennen würden. Findet sich etwas in Brehm darüber? Ferner: was weiss man über die nord- und südamerikanische Vogelwelt? Scheinbar nichts! Ich bitte nur um Literaturnachweis. Des weiteren schrieben Sie in Ihrem Brief etwas von Dunkelheit meinerseits bezüglich Zacharias-Koelsch. Es handelt sich um die von Zacharias und Koelsch unabhängig von einander, aber seit zwei Jahren gemeinsam durchgearbeitete neue Raumkraftlehre. Hörbiger mag noch so bedeutend sein, gegen diese Lehre ist kein Kraut gewachsen! Ich möchte Sie hier nochmals, wie schon vor 3 Monaten darauf aufmerksam machen, dass die Hörbigersche Lehre mit der verminderten Newton'schen Anziehungskraft und dem Kreiselpumpen- und Kreiseldrehachsen-Gesetz arbeitet, femer nimmt sie im Gegensatz zur offiziellen Wissenschaft den Weltraum nicht drucklos an. Das allein genügt aber in der Form, wie sie von Seiten der WEL bis jetzt öffentlich bekanntgegeben worden ist, nicht. Es müsste viel mehr über den sogenannten Massendruck gesagt werden, und es käme hier einzig und allein die Zacharias-Koelsche und Patschke'sche Anschauungsweise in Betracht, dass nämlich Lichtdruck und Massendruck mit einander identisch und der Hauptantrieb der Planetenumlaufsbahnen sind. Ueber das Kreiselproblem resp. das Schnürzerrel-Problem können Sie sich am einfachsten, deutlichsten und kürzesten in dem Buche „Verborgene Gewalten" von Johannes Zacharias, erschienen in München, Verlag Asoktebu (Vertrieb durch Herrn Valier) Aufklärung und Erkenntnis verschaffen.[10] Sie finden dort gleichzeitig eine genaue Darstellung der Koelsch'schen Lehre.
Ich bin mit den besten Grüssen Ihr R.H.
1 Anlage«