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Ja! Stimmen des Arbeitsrates für Kunst in Berlin.
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Photographische Gesellschaft in Charlottenburg

  • TitleJa! Stimmen des Arbeitsrates für Kunst in Berlin.Berlin: Photographische Gesellschaft in Charlottenburg, 1919.
  • Date11.1919
  • CategoryPublikation
  • ClassificationBuch
  • MaterialPapier, gedruckt
  • Signaturemonogrammiert von Hannah Höch auf dem Vorsatzblatt
  • Amount115 S., 32 Taf. Mit 41 Abb.
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHE I 12.14
  • Other NumberBG-HHE I 12.14
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

Diese, Ende 1919 erschienene Publikation, veröffentlicht die Antworten auf einen Fragekatalog, der vom Arbeitsrat für Kunst ausgearbeitet und im Frühjahr 1919 an die 114 Unterzeichner des vorläufigen Arbeitsratsprogramms verschickt worden war. Folgende Fragen wurden zur Diskussion gestellt:
„1. Lehrprogramm
Welche Maßnahmen werden für geeignet gehalten, eine gründliche Reform der Ausbildung für alle bildnerische Tätigkeit zu erreichen?
2. Staatliche Unterstützung
Nach welchen Gesichtspunkten hat der sozialistische Staat Mittel für künstlerische Fragen und Unterstützung der Künstler zur Verfügung zu stellen? (Ankäufe, Landes-Kunstkommissionen, Museen, Schulen, Ausstellungen usw.)
3. Siedlungswesen
Welche Forderungen sind an die Staatsleitung zu richten, damit Gewähr gegeben ist, daß in den kommenden Jahren entstehende Siedelungen nach weitgesteckten kulturellen Gesichtspunkten angelegt werden?
4. Abwanderung der Künstler ins Handwerk
Wie kann erreicht werden, daß die breite Masse des Kunstproletariats für das Handwerk gewonnen wird und bei der drohenden wirtschaftlichen Katastrophe dem Untergang entgeht?
Welche Forderungen müssen an den Staat gerichtet werden, daß der Nachwuchs von vornherein Ausbildung auf rein handwerklicher Grundlage erfährt?
5. Der Künstler im sozialistischen Staat
6. Kunstausstellungen
Welche neuen Wege sind geeignet, um das Volk wieder für das Gesamtkunstwerk - Architektur, Plastik und Malerei in ihrer Vereinigung - zu interessieren? Staatliche Probierplätze anstelle Salon-Kunstausstellungen.
7. Wie können die Künstler der verschiedenen Kunstzweige gegenwärtig einen Zusammenschluß und eine Einheit bilden?
8. Farbbehandlung des Stadtbildes
Gedanken für farbige Behandlung des Stadtbildes, bunte Hausanstriche, Bemalung von Fassaden und Innenräumen, Beseitigung des Rahmenbildes.
9. Gestaltung öffentlicher Bauten durch Künstler
Welche praktischen Forderungen müssen dem Staat gegenüber erhoben werden, damit die öffentlichen Bauten von den Künstlern gestaltet werden, anstatt wie bisher von Technikern und Baubeamten?
10. Einklang mit dem Volk
Welche Wege sind geeignet, die Bestrebungen der modernen Künstler in Berührung und Einklang mit dem Volk zu bringen?
11. Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden, um das in der Stille vorbereitete Material im geeigneten Augenblick an die Öffentlichkeit zu bringen? Vorbereitung von Presseartikeln, Vorträgen, Ausstellungen, Sicherung von genügend vielen Preßorganen für diesen Zweck.
12. Welche Wege sind einzuschlagen, um möglichst lückenlose Verbindung mit gleichgesinnten ausländischen Künstlergruppen zu erzielen?
13. Stellungnahme zur Anonymität des Künstlers in seinen Werken Signet statt Namenszug.“

[Aus der Einführung:] „Dieses Buch enthält eine Auswahl der eingelaufenen Antworten auf die Fragen. Die abgebildeten Werke von Künstlern des Arbeitsrats bilden zum Teil die alleinige Antwort und bekräftigen insgesamt diese Willenskundgebung, deren spontane und von den Verfassern ursprünglich keineswegs für den Druck bestimmte Äußerungen unmittelbarer und deutlicher zeigen, was die aktiven Kräfte in der heutigen Künstlergeneration wollen, als dies logisch und dialektisch unanfechtbare Deduktionen tun würden. Deshalb ist die aus der Bewegtheit des revolutionären Augenblicks geborene Form in ihrer oft bedenklosen und lausigen Art nicht durch literarischen Schliff getötet worden. Unsere Stimmen sagen >Ja!< zu allem Keimenden und Werdenden.“