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Brief von Kurt Schwitters an Raoul Hausmann. Hannover
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Kurt Schwitters (1887 - 1948)

  • TitelBrief von Kurt Schwitters an Raoul Hausmann. Hannover
  • Datierung19.06.1930
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben, handgeschrieben, Bleistift, Briefkopf
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 985
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

»19.6.30 Lieber Hausmann.
Bei Könitzer habe ich 100 Mk bekommen, und ich glaube auch Domela. Wenn ich mich recht erinnere hat man mir auch noch die Reise durch 30 Mk vergütet. Es ist ja möglich, dass man in Berlin bei der augenblicklichen Geldknappheit die Preise heruntergesetzt hat, aber ich würde Dir raten den Vortrag auf alle Fälle zu halten und würde versuchen wenigstens 60 Mk herauszubekommen, indem Du sagst, Du hättest Dich mit der ganzen Geschichte beschäftigt, weil ich Dir gesagt hätte, dass Du 100 Mk bekommen würdest. Ausserdem würdest Du dringend bitten, dass der Berliner graphische Klub bei den anderen graphischen Klubs nicht sagt, dass Du für so geringes Honorar gearbeitet hast. Du musst sagen, Du würdest die ganze Geschichte nur machen als Auftakt zu den 3 oder 4 besser bezahlten Vorträgen in Frankfurt, München, Stuttgart und Leipzig. Ausserdem rät Dir Helma zu Könitzer persönlich zu gehen in sein Bureau der Papier-Zeitung in der Dessauerstr. Du sollst mit ihm die ganze Sache besprechen und ihm sagen, dass du pekuniär in nicht gerade glänzenden Verhältnissen lebtest, und dass die deshalb nicht gerade bei Dir sparen könnten.
Der Aufsatz in der Gebrauchsgraphik ist jedenfalls ein ausserordentlicher Erfolg, selbst wenn Du dabei nichts verdienen würdest, denn alle Gebrauchsgraphiker drängen sich danach in der Gebrauchsgraphik zu erscheinen. Wenn Du Gelegenheit hast mit Frenzel zu sprechen, so schlag ihm noch einmal vor, dass er von mir etwas bringt.
Ich hoffe, dass etwas aus dem Radiovortrag in Frankfurt/Main wird. Ich gebe in den nächsten Monaten ein Buch meiner neuesten Dichtungen heraus, Titel Veilchen, Pra-Verlag, Zürich, 24 Seiten Din A4 mit einigen Abbildungen besagter Veilchen. Das Buch wird kosten 4,50 Mk und erscheint als Subscription. Solltest Du in Berlin dafür werben können, wäre ich Dir sehr dankbar, da es nur erscheinen kann, wenn sich mindestens 100 Subskribenten melden, bisher habe ich ungefähr 60. Wenn Du willst, kann ich Dir später bei dem gleichen Verlage zu den selben Bedingungen ein Buch vermitteln, wenn Du glaubst wenigstens 80 Subscribenten zusammen zu kriegen.
Mit den herzlichsten Grüssen auch von Helma an Vera und Deine Frau
Dein
Kurt
Merz
Schwitters«