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Brief von Jan Tschichold an Raoul Hausmann. München
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Jan Tschichold (1902 - 1974)

  • TitelBrief von Jan Tschichold an Raoul Hausmann. MünchenBriefkopf: jan tschichold voitstrasse 8/1 links münchen 39 (borstei)
  • Datierung15.05.1930
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben, Briefkopf
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 1031
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung

»15 5 30

sehr geehrter herr hausmann,

ich danke ihnen für ihren brief vom 10.5. und die grosse sendung ihrer arbeiten, die ich vorhin erhalten habe, sie ist in sehr gutem zustande angekommen.

ich hoffe, in einem grösseren aufsatz ihre arbeiten veröffentlichen zu können. die qualität ihrer arbeiten (auch innerhalb der dada-arbeiten anderer) hat mich überzeugt, dass sie ein ganz besonders wichtiger faktor der dada-bewegung gewesen sind, und ich halte für dringend notwendig, dies interessierten kreisen unter die nase zu reiben. da sie mir nun schon die arbeiten geschickt haben, nehme ich an, dass sie nichts gegen die Veröffentlichung einzuwenden haben. schliesslich können sie es ja nicht selbst machen.

ich werde ihre arbeiten nicht in klischeeanstalten geben, sondern in jedem falle erst zwischenaufnahmen machen lassen. reine fotoanstalten sehen sich auf wunsch genügend vor. bei klischeeanstalten habe ich leider genauso schlechte erfahrungen gemacht wie sie.

schwitters gibt übrigens im vorwort seiner ursonate zu, dass die lautfolge „fümms bö wö tä zä uu pögiff" von ihnen stammt. eine komplette ausgabe davon wird übrigens jetzt von der meisterschule für deutschlands buchdrucker gedruckt, an der ich lehrer für typografie bin.

anbei zwei aufsätze von mir. rückgabe nicht nötig.

mit besten grüssen und bestem dank ihr ergebener
Jan Tschichold

der verlag, der die mappe „internationale neue typografie" herausbringen wollte, hat jetzt die sache doch aufgesteckt, vielleicht gelingt mir die gründung einer Zeitschrift für gestaltung in typo, foto, grafik, darin könnte man dann sehr vieles von ihnen veröffentlichen.«