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[Der Cubismus]. [Vermutlich Berlin]
  • © Berlinische Galerie, Berlin / VG Wort, München
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • Title[Der Cubismus]. [Vermutlich Berlin]Rückseite: Johannes Baader: [Man lernt aus den Zeitungen] [17.1.1919]
  • Date[vermutlich nicht vor 1918]
  • CategoryManuskripte
  • ClassificationManuskript
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Amount3 Blatt
  • FondsTeilnachlass Raoul Hausmann
  • Inventory NumberBG-RHA 1220
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

Raoul Hausmann: [Der Cubismus] [Vermutlich Berlin, nicht vor 1918] Manuskript, Tinte
In der Handschrift von Elfriede Hausmann; vermutlich Diktat

Rückseite: Johannes Baader: [Man lernt aus den Zeitungen] [17.1.1919]
»Man lernt aus den Zeitungen, daß die Cru/neger den Schwanz einer heiligen Kuh Dada nennen. Der Würfel und die Mutter in einer gewissen Gegend Italiens sind: Dada. Ein Pferd aus Holz, die Amme, doppelte Bestätigung im Russischen und im Rumänischen: Dada. Gelehrte Journalisten sehen darin eine Kunst für die Babys. Andere heiligen Jesus-appelantlespetitsenfants des Tags, die Rückkehr zu einem Primitivismus, trocken, lärmend und monoton. Man konstruiert nicht über ein Wort das Empfindungsvermögen, jede Konstruktion nähert sich der Vollkommenheit welche langweilt, stagnierende Idee in einem vergoldeten Sumpf, relatives menschliches Produkt. Das Werk der Kunst darf nicht die Schönheit - sich selbst sein. Weder lustig noch traurig, weder hell noch dunkel, belustigen oder mishandeln die Individualität, indem man ihnen den Kuchen des Heiligenscheins gibt, oder den Schweiß eines gebückten Laufes durch die Atmosphären. Ein Kunstwerk ist niemals schön auf Befehl, objektiv für alle. Die Kritik ist doch unnütz, sie existiert nur subjektiv, für jeden, und ohne den mindesten Anspruch auf Allgemeinheit. Glaubt nun gefunden zu haben die seelische Grundlage, die der ganzen Menschheit gemeinsam ist? Der Versuch von Jesus, die Bibel, decken unter ihren großen und wohlwollenden Flügeln den Kot, die Tiere, die Tage. Wie will man dem Chaos befehlen, welches diese unendliche formlose Variation - Mensch - bildet. Das Prinzip: Liebe deinen Nächsten ist eine Heuchelei. Erkenne dich ist eine Utopie. Aber annehmbarer, denn sie enthält auch das Böse. Kein Mitleid. Es bleibt uns nach dem Gemetzel die Hoffnung einer gereinigten Menschheit.
Ich spreche immer von mir, da ich nicht überzeugen will, ich habe nicht das Recht, andere in meinen Strom hineinzuziehen, ich verpflichte niemand mir zu folgen und jeder macht seine Kunst auf seine Weise, ob er die Freude erkennt, steigend in Spitzen gegen die Astralschichten, oder die welche herabsteigt in das Angesicht der Totenblumen und fruchtbarer Krämpfe. Stalaktiden: man suche sie überall, in den durch den Schmerz vergrößerten Buhnen [?], die Augen weiß wie die Lippen der Engel.«