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[Die Stadt treibt Blasen von Psychoanalyse]. [Vermutlich Berlin]
  • © Berlinische Galerie, Berlin / VG Wort, München
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • Titel[Die Stadt treibt Blasen von Psychoanalyse]. [Vermutlich Berlin]
  • Datierung[vermutlich 1927]
    1931]
  • GattungManuskripte
  • SystematikManuskript
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang2 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 1381
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Weitere Abbildungen

»Die Stadt treibt Blasen von Psychoanalyse: wenn wenigstens in der Literatur schon eine Spur zu merken wäre, man glaubte an etwas Modernität. Man nimmt Wells zur Hand und er zeigt, wie in England die Psychoanalyse ganz nutzlos ist, denn die Engländer verdrängen so wunderbar, dass schon wieder ein[e] Synthese vorhanden ist. Es kommt garnicht auf die Verdrängung an, sondern nur auf das Wie, Was verdrängt wird. Oder man liest Lawrence, Jack im Buschland. Da sagt einer, oho, ich passe nicht zu diesen Gezähmten, ich bin kein Revolutionär, das ist ebenso zahm, ich bin ein Rebell. Und ich werde meine Rasse gründen, nicht mit einer Frau - was heisst das, eine Frau heiraten, nein, ich werde eine und noch eine nehmen und mit ihnen und einer dritten gemeinsam leben: darum gehe ich in den Busch. Und er zeigt am Schluss des Buches dass die „Liebe" der Menschen nicht besser und schlechter sein braucht, als die der Pferde etwa. ...Immerhin sind die Engländer nicht sehr kühne Leute. Aber diese Buch sind weniger Papier, als ein „Zauberberg" oder irgendwas von Döblin. Sollte man Döblins „Wallenstein" auf eine Formel bringen, so wäre es die: ein Mensch stottert und stolpert vor Eifer über seine eigenen Füsse: das nennt er Phantasie. Und da es über 800 Seiten nicht langt, wirds zwischendurch eben halt historisch. Jedes zweite Buch in Deutschland ist entweder Gipsabguss und kommt garnicht in Frage oder es enthält so ungeklärte Sadismen, so ein Geplansche in Minderwertigkeiten, dass man glaubt, noch im dreissigjährigen Krieg zu sein.

MOHOLY macht Musikplatten:
Kreissäge, aus der Stroh fällt!
Anticoné:
Ich bin ein Taschenkrebs:
es geht mit mir immer mehr
und mehr seitwärts, darum
tanze ich black bottom!
SCHLICHTERBALL
Jacob, wer bist Du?
ACH, DIE MENSCHEN
sind Maiglöckchen!«