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Brief von Raoul Hausmann an Grete Höch
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitleBrief von Raoul Hausmann an Grete Höch
  • Date14.1.1917
  • CategoryBrief
  • ClassificationKorrespondenz
  • MaterialPapier, handgeschrieben mit Tinte
  • Dimensions19 x 14,5 cm (Blattmaß)
  • Amount1 Doppelblatt (3 Seiten)
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-Ar 14/98,1
  • CreditlineSchenkung aus Privatbesitz, 1998
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

"4. [?] Januar 1917
Liebe, ich werde Dir manchmal (ganz egoistisch, zu meiner Erleichterung) schreiben müssen. - Nach unserer Abreise von Gotha sprach Hannah viel mit mir, sehr herzlich, über Ihre Schwierigkeiten; sie sprach von dem ersten Weihnachtsabend bei Euch zu hause - es war gut für Sie und für mich. Sie sagte mir selbst, es fiele Ihr furchtbar schwer, immer einer andern in und um sich zu empfinden, Sie verschlösse sich ganz unwillkürlich, fortwährend, Sie wolle sich nicht “verraten“ - (es ist, wie ich Ihr schon lange sagte - Scham und Stolz) und es würde wohl noch lange dauern, bis Sie sich loslassen könne. - So liebe und herzlich, leidenschaftlich, hinreissend Sie aber heute ist, so kalt und abweisend - wegen garnichts ist Sie morgen. Dies Wechseln bringt mich, wenn es so fortwährend geht, wie jetzt, aber doch manchmal zur Erschöpfung - Du musst wissen, dass Sie immer noch und trotz allem Einwände gegen mich sucht - und mich gerne aus dem Gleichgewicht gebracht sehen möchte - weil - Sie mir immer noch misstraut. (Das gibt Sie manchmal zu.) Ich versuche Ihr (und mir) dadurch zu helfen, dass ich gleichmütig freundlich bleibe - aber manchmal, wenn ich dann von Ihr fort bin, allein ist es entsetzlich. - Jetzt kennt Sie mich beinahe 2 Jahre. - Sie sollte wohl doch versuchen, sich zu denken, dass Sie meinetwegen Euren Eltern weh tun muss - denn rechtlich, formal - kann icht nicht geschieden werden (für mich erkenne ich diese Gesetze ja nicht an.) Daher kommt Ihr Widerstand. - Verzeihe. Ich grösse Dich schön. (Ich komme mir bischen schändlich vor)
R."